Autoindustrie

Der Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi droht ein jähes Ende

Renault, Nissan und Mitsubishi arbeiten an einer immer engeren Kooperation. Doch nach der völlig überraschenden Verhaftung des Konzernchefs Carlos Ghosn seien die Pläne schwer umsetzbar, heißt es bei Mitsubishi.

Der japanische Autokonzern Mitsubishi hat das geplante Bündnis mit den Wettbewerbern Nissan und Renault infrage gestellt. Die Allianz werde ohne den derzeit inhaftierten Renault-Chef Carlos Ghosn schwer zu managen sein, sagte Mitsubishi-Chef Osamu Masuko. Der Verwaltungsrat werde sich wohl in der kommenden Woche mit der Angelegenheit befassen.

Ghosn droht ein sehr plötzliches Karriereende

Ghosn ist weltweit einer der einflussreichsten Automanager. Er gilt als Architekt der Allianz aus Renault und Nissan, zu der auch der japanische Autobauer Mitsubishi gehört.

Jetzt droht dem Manager wegen des Verdachts der Veruntreuung von Firmengeldern ein jähes Karriereende: Konzernchef von Renault und Nissan in Japan verhaftet >>

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"Derzeit nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen"

Unterdessen bemüht sich Frankreich um den Fortbestand der Allianz aus Renault und Nissan. Die Partnerschaft der beiden Autobauer sei im Interesse von Frankreich und Japan sowie der beiden Unternehmen, sagte Finanzminister Bruno Le Maire dem französischen Sender "Info radio". Le Maire hatte den Verwaltungsrat unmissverständlich aufgefordert, rasch zusammenzutreten und eine kommissarische Führung für Renault einzusetzen. Ghosn sei derzeit nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen.

Vorrang habe für Frankreich die Stabilität von Renault. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt, der seinerseits 43,4 Prozent an Nissan hält. Paris ist daher ein zentraler Akteur in dieser Entwicklung.

Ein Sprecher von Renault bestätigte, dass der Verwaltungsrat von Renault zur Stunde zusammengekommen ist, um über das weitere Vorgehen zu beraten. (Reuters/dpa/apa/red)

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