Klimawandel

Den Betriebstankstellen in Österreich geht der Diesel aus

Über 40 Prozent des Diesels in Österreich werden über Betriebstankstellen verkauft. Immer mehr von ihnen bekommen den Treibstoff gar nicht mehr, weil Donau und Rhein wegen des Klimawandels so wenig Wasser führen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Bei den österreichischen Betriebstankstellen macht sich offenbar der durch eine "Logistikkrise" in Europa hervorgerufenen Engpass bei der Versorgung von Treibstoffen und Heizöl bemerkbar. Viele Betriebstankstellen hätten längst keinen Diesel mehr, sagte Alexander Klacska, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer (WKÖ), den "Salzburger Nachrichten".

"Wer eine hauseigene Tankstelle hat, für den stellt sich derzeit nicht die Frage, zu welchem Preis er Diesel bekommt, sondern ob er überhaupt noch welchen bekommt", zitiert die SN den Spartenobmann.

Betriebstankstellen habe in Österreich eine große Bedeutung. Rund 43 Prozent des Diesels werden über betriebliche Tanklager verkauft, 57 über öffentliche. Nicht nur die Transportbranche, auch Busunternehmen, Industriebetriebe, Baufirmen sowie Länder und Gemeinden haben zahlreiche eigene Tankstellen, heißt es im Zeitungsbericht.

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Klimawandel schlägt direkt auf die Tankstellen durch

Mehrere Probleme sind zuletzt zusammengekommen: Einerseits schlägt der Klimawandel direkt auf Österreichs Tankstellen durch: Wegen der außergewöhnlichen Trockenheit im Sommer werden an Donau und am Rhein so tiefe Pegelstände gemessen wie überhaupt noch nie seit Beginn der Aufzeichungen.

Dazu:
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Dazu kam im September ein Brand in der bayerischen Raffinerie Vohburg, der die für die Versorgung Österreichs wichtige Anlage lahmlegte. Also müssen die Treibstoffe von weiter weg nach Österreich transportiert werden. Allerdings können die dadurch erforderlichen zusätzlichen Transportkapazitäten nicht vollständig durch die Eisenbahn erfüllt werden, weil es einen Lokführermangel bei allen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen gebe, hieß es seitens des Fachverbands der Mineralölindustrie. Hinzu komme eine generell hohe Nachfrage nach Diesel durch die gute Wirtschaftslage. Wann sich eine Entspannung der Situation abzeichnet, sei schwer abzuschätzen.

Zur Lage beim Dieselpreis:
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"Das heißt jetzt nicht, dass unsere Lkw jetzt nicht mehr fahren können", beruhigt Klacska. Betankt werden müssten sie aber an öffentlichen Tankstellen, was teurer komme. Beziffern will der den Preisunterschied nicht, aber die Kosten für die Transportbranche seien im zweiten Halbjahr um zehn Prozent und mehr gestiegen.

Hintergrund:
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Das sagen Ölhändler

Laut dem Busunternehmen Paul Blaguss geht es um Bereich, "wo angesichts minimaler Spannen umjeden Cent gerungen werden muss".

"Die jetzige Panikmache ist aber völlig unangebracht", zitiert die SN den Salzburger Mineralölhändler Franz Leikermoser. Wer längerfristige Lieferverträge mit Raffinerien habe, bekomme weiter genug Treibstoff. Wer aber auf günstigen Sprit über Spot-Märkte gesetzt habe, der laufe derzeit leer. Nicht umsonst würden Mineralölhändler derzeit Diesel von Venedig, Koper oder Triest per Lkw bis Düsseldorf karren, um Kunden versorgen zu können.

Auch laut dem Geschäftsführer des Fachverbandes Mineralölindustrie, Christoph Capek, ist die Lage in Österreich mit jener in Deutschland oder Frankreich, wo gegen steigende Spritpreise protestiert werde, nicht vergleichbar. "Und eine Erhöhung der Mineralölsteuer ist bei uns anders als in Frankreich kein Thema", so Capek. Dazu: Proteste gegen teure Spritpreise: Eine Tote und 400 Verletzte in Frankreich >>

5,4 Milliarden Liter der in Österreich verbrauchten 8,3 Milliarden Liter Diesel werden wie berichtet hauptsächlich von Bayernoil importiert. Der Import ist derzeit nur eingeschränkt möglich, weil die Pegelstände der Donau sehr niedrig sind und deshalb Dieselschiffe nicht voll beladen werden können. Die Tanklager in den Häfen Linz und auch Korneuburg können nur beschränkt angefahren werden, berichteten kürzlich die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN). (apa/red)