Schifffahrt

Demonstrationen in italienischen Häfen - Triest von Polizei geräumt

Der Anführer der Demonstration der italienischen Hafenarbeiter gegen die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz ist am Wochenende zurückgetreten. Warum der Protest dennoch kein Ende findet.

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Hafen in Genua - Demonstration der Hafenmitarbeiter

Der Protest vor den Häfen Triest und Genua, den größten in Italien, gegen die 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer hält an. Gruppen von Impfgegnern und Eltern, die sich gegen die Impfpflicht für Kinder wehren, übernahmen die Koordinierung des Protests in Triest, den die Hafenmitarbeiter am Freitag begonnen hatten, teilte die Sprecherin der Gruppe "No Green Pass Trieste" mit.

Die Gruppe rief Gegner der 3G-Regel für Arbeitnehmer auf, sich vor dem Hafen zu versammeln. Die Zahl der demonstrierenden Hafenarbeiter war am Sonntag schrittweise zurückgegangen, nachdem ihr Anführer Stefano Puzzer zurückgetreten ist. Dieser erklärte, er werde zwar seinen Protest gegen die 3G-Pflicht privat fortsetzen, jedoch nicht mehr die Verantwortung für alle Hafenmitarbeiter übernehmen.

Die großen Gewerkschaftsorganisationen riefen zum Ende des Protests in Triest auf. "Die Lage sollte nicht noch mehr verschärft werden. Wir respektieren alle Ideen, fordern aber, dass die Mehrheit nicht von einer Minderheit als Geisel genommen wird", sagten die Gewerkschaften. Sie hoben die "starke Bindung zwischen Hafen, Arbeitern und Stadt" hervor, die "nicht durch Leute gefährdet werden kann und darf, die nichts mit dem Hafen zu tun haben". Ihr Appell richte sich an die "vielen Hafenarbeiter, die sich entschieden haben, zu arbeiten und mit Verantwortung und Zugehörigkeitsgefühl die unverzichtbare betriebliche Kontinuität zu gewährleisten, indem sie mit Würde gegenüber der Stadt und der Hafenbehörde auftreten".

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Keine Blockade, doch erste Staus

Vor einem Eingang des Hafen Genuas demonstrierten am Montagfrüh einige hunderte Hafenmitarbeiter und Impfgegner gegen die 3G-Pflicht. Der Zugang zum Hafen wurde zwar nicht blockiert, doch einige Lkw standen vor dem Zugang Schlange.

Seit Freitag darf in Italien nur zur Arbeit erscheinen, wer eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann. Wer ohne den sogenannten "grünen Pass" zur Arbeit kommt, riskiert bis zu 1.500 Euro Bußgeld. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit unbezahlter Freistellung rechnen. Italien ist das erste europäische Land, das die 3G-Regel für Arbeitnehmer einführt.

Wer sich nicht impfen lassen will, muss auf eigene Kosten einen Corona-Test machen und diesen je nach Test-Art alle 48 bis 72 Stunden wiederholen. Die Tests kosten in Italien 15 Euro. In den vergangenen Wochen hatte es zum Teil gewalttätige Proteste gegen die neue Regelung gegeben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben inzwischen mehr als 85 Prozent der Italiener über zwölf Jahren mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Schätzungen zufolge sind bis zu drei Millionen Arbeiter noch ungeimpft. Am Sonntag bildeten sich in mehreren Städten lange Schlangen vor den Teststationen.

Hafen in Triest von Polizei geräumt

Die italienische Polizei hat am Montag die Räumung einer Demonstration gestartet, die den Zugang zum Hafen von Triest blockiert. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein, um die circa 300 Demonstranten zu vertreiben, die bei der Ankunft der Polizeiwagen niederknieten. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen die 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer in Italien.

"Freiheit, Freiheit", riefen die Demonstranten. Sie forderten die Polizisten auf, ihre Helme abzunehmen. "Heute ist ein trauriger Tag", betonte Stefano Puzzer, der am Sonntag zurückgetretene Anführer der protestierenden Hafenmitarbeiter in Triest. Geschätzt wird, dass 40 Prozent der rund 1.000 Hafenmitarbeiter nicht geimpft sind.

Die norditalienischen Häfen sind zum Magnet für Demonstranten gegen die seit Freitag geltende 3G-Pflicht in Italien geworden. Protestaktionen gab es in den vergangenen Tagen vor den Häfen in Genua, Ancona und Ravenna. (apa)