Logistik

DB Schenker Österreich 2018 knapp unter dem Rekordergebnis des Vorjahres

Der Logistiker konnte 2018 seine Umsätze für Österreich und zwölf Länder Südosteuropas auf hohem Niveau halten. Besonders deutlich legte die Kontraktlogistik zu. Heuer ist der Ausbau der Standorte in Linz, Ried und Klagenfurt geplant. Als erster Logistiker weltweit bietet DB Schenker jetzt auch 3D-Druck an.

DB Schenker meldet bei der Bilanz 2018 für Österreich und Südosteuropa einen Umsatz von 1,42 Milliarden Euro vor. Das ist zwar etwas weniger als der Rekordumsatz von 1,48 Milliarden Euro für das Jahr zuvor, aber trotzdem "ein hervorragendes Ergebnis", so Alexander Winter, Konzernchef von DB Schenker Österreich. Der gebürtige Wiener hat dieses Amt übrigens im Dezember von Helmut Schweighofer übernommen:

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DB Schenker: Helmut Schweighofer wird neuer Europa-Chef >>

DB Schenker zählt rund 77.000 Mitarbeiter an etwa 2.000 Standorten. Von Wien aus steuert der deutsche Logistiker das Geschäft in Österreich und zwölf Ländern Südosteuropas inklusive der Türkei. In diesem Teil des Konzerns sind derzeit 7.700 Mitarbeiter an 80 Standorten beschäftigt - und die Entwicklung in dieser Region sei überaus positiv, so Winter weiter.

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DB, Schenker, Michael, Meyer, Alexander, Winter © Steindl / DB Schenker

Im Bild von links: Finanzchef Michael Meyer und Konzernchef Alexander Winter bei der Präsentation der aktuellen Bilanz in Wien.

Starkes Wachstum in der Kontraktlogistik

Besonders deutlich wächst derzeit die Kontraktlogistik. Dieses Segment legte in Österreich im Vorjahr um zehn Prozent auf 46 Millionen Euro zu, und in Südosteuropa ebenfalls um zehn Prozent auf insgesamt 152 Millionen Euro. In einzelnen Ländern war das Wachstum in der Kontraktlogistik noch deutlich stärker: Etwa in Ungarn, Slowenien und Nordmazedonien mit einem Plus von 23 Prozent oder in Ungarn mit 13 Prozent.

Anzahl aller Sendungen des Vorjahres auf 11,5 Millionen gestiegen

Im gesamten Cluster Südosteuropa kam DB Schenker in der Luftfracht und Seefracht sowie im Landverkehr auf über 11,5 Millionen Sendungen. Das sind 250.000 Sendungen mehr als im Jahr zuvor und damit ein Zuwachs von zwei Prozent.

Landverkehr positiv, Seefracht und Luftfracht weitgehend stabil

Im Landverkehr hat der Logistiker insgesamt rund 11,2 Millionen Einheiten transportiert, davon 7,6 Millionen Einheiten in Österreich. In Österreich ist dieses Segment um 2,7 Prozent gewachsen. Um einiges stärker legten die Volumina in Rumänien mit einem Plus von 22 Prozent im Bereich Komplettladungen zu. Auch in Mazedonien ist der Bereich Landverkehr mit 16 Prozent überdurchschnittlich gewachsen.

In der Seefracht blieb das Volumen mit insgesamt 129.968 Sendungen weitgehend stabil mit Ausnahme der Türkei, wo dieser Bereich um 25 Prozent zugelegt hat. Im Bereich der Luftfracht sind die Tonnagen im Vergleich zu 2017 mit insgesamt 82.032 Tonnen ebenfalls stabil geblieben.

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Investitionen in Österreich und am Balkan

Bei der Präsentation der Bilanz für das Vorjahr verweist Konzernchef Alexander Winter auch auf die umfangreichen Investitionen. Im Vorjahr gab DB Schenker rund 40 Millionen Euro für den Ausbau seiner Standorte im Cluster Österreich und Südosteuropa aus und plant für heuer dieselbe Summe dafür ein. "Es ist uns wichtig, diese Strategie auch 2019 fortzusetzen. Daher investieren wir in Österreich 12,8 Millionen Euro", so Alexander Winter.

In Österreich erweiterte der Logistiker im Vorjahr die Geschäftsstellen in Ried, St. Pölten, Röthis und Linz. Heuer werden die Standorte in Linz Hörsching um rund 6.000 Quadratmeter, in Ried um 1.000 Quadratmeter und in Klagenfurt um rund 4.000 Quadratmeter erweitert. Die Kosten dafür beziffert Alexander Winter mit knapp 13 Millionen Euro.

In Südosteuropa hat DB Schenker im Vorjahr die Standorte in Bulgarien, Ungarn, Serbien und Slowenien ausgebaut. In Bukarest bezog der Logistiker ein neues Terminal mit rund 22.000 Quadratmetern.

Gut ausgebildete Spezialisten fehlen

Sorgen angesichts dieses Wachstums bereitet dem Logistiker wie der gesamten Industrie der Mangel an gut ausgebildeten Spezialisten. Deshalb bildet DB Schenker derzeit 120 Lehrlinge aus und versucht dabei, sich ihnen als möglichst attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. So können die jungen Menschen während der Lehre in einer Akademie auch "ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen weiterentwickeln", wie es heißt. Auch seinen Mitarbeitern bietet der Konzern Weiterbildungen in unterschiedliche Richtungen an.

Digitalisierung mit neuen Buchungssystemen

Gleichzeitig treibt der Konzern auch die Digitalisierung voran. Mit der neuen digitalen Buchungsplattform "connect 4.0" können Kunden in Zukunft selbstständig ihre Sendungen online buchen. Aktuell ist das bereits in Österreich für Seetransporte mit der Plattform "connect4ocean" möglich. Die Buchungssysteme "connect4land" für Landverkehr und "connect4air" für Luftfracht sind gerade in Ausarbeitung und sollen in Kürze freigeschaltet werden.

Weltweit erster Logistiker mit einem 3D-Druck im Portfolio

Als erster Logistikdienstleister weltweit bietet DB Schenker seinen Kunden auch einen 3D-Druck-Service an. Dieses Angebot hat der Logistiker jahrelang in Deutschland gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik ausgearbeitet.

Jetzt können Kunden über das Internetportal "eSchenker" ihre 3D-Vorlage hochladen, Material und Farbe aussuchen, Preise aufrufen, den Druck bestellen und ausliefern lassen. Gedruckt werden derzeit beispielsweise medizinische Geräte aus Edelstahl, Roboter-Greiffinger aus Kunststoff oder individuelles Verpackungsmaterial.

Danach organisiert der Logistiker über seine Datenplattform den Druck und die Auslieferung. Dabei besitzt das Unternehmen gar keine eigenen Drucker, sondern nutzt hier ein Netzwerk aus Partnerunternehmen.

Elektrolastwagen für Einsatz in Großstädten

Im Bereich Elektromobilität bereitet der Logistiker gerade mit Partnern im Projekt "iHub" den Einsatz von Elektrolastwagen in europäischen Metropolen vor.

(pm)

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Elektrolastwagen für große Städte: Das Projekt iHub.

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