Ansichtssache

Das war die Energiekonferenz "Energy2050"

Alle zwei Jahre lädt der Verbund führende Akteure der Energiewirtschaft zur "energy2050" ins malerische Fuschl am See – doch die Umwälzungen, vor denen die Branche steht, sind alles andere als beschaulich. Hier Bilder von der wichtigsten Energiekonferenz Österreichs.

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© Peter Martens

Auf Einladung des Verbund kommen alle zwei Jahre Forscher, Topmanager und Analysten in der Nähe von Bad Ischl zusammen, um die brennenden Fragen der Gegenwart zu diskutieren - und auszuloten, wohin die Reise geht.

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An drei Tagen Ende September fand heuer in Fuschl am See die "energy2050" statt - die wichtigste Energiekonferenz Österreichs.

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Auf Einladung des Verbund kommen alle zwei Jahre Forscher, Topmanager und Analysten in der Nähe von Bad Ischl zusammen, um die brennenden Fragen der Gegenwart zu diskutieren - und auszuloten, wohin die Reise geht.

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Das Motto der heurigen Energiekonferenz: "Am Marktplatz Energiezukunft: Was wollen Kunden, was kann die Branche?"

 

Dieses Jahr waren das INDUSTRIEMAGAZIN und der ORF Medienpartner der Veranstaltung.

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Der Veranstaltungsort ist weit über die Grenzen Salzburgs bekannt ...

 

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... schließlich kamen ins Hotel Schloss Fuschl bereits Staatschefs wie Gerald Ford und Nikita Chruschtschow oder Hollywood-Stars wie Clark Gable und Audrey Hepburn. Auch die Sissi-Filme mit Romy Schneider wurden hier gedreht.

 

 

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Doch von einem nostalgischen Blick zurück war auf der Konferenz wenig zu spüren - zu sehr nehmen die gesamte Branche die Umwälzungen der Gegenwart in Beschlag.

 

„Wir brauchen einen New Deal in der Energiewirtschaft“, sagte Wolfgang Anzengruber, Konzernchef des Verbund, zum Auftakt der Konferenz.

 

 

 

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Anzengruber deutet damit die historische Dimension der Umwälzungen an: Die nach Fukushima von Deutschland vorangetriebene Energiewende mit dem Ausbau der Erneuerbaren, der Verfall des Strompreises an den Börsen, die massiven Veränderungen im Zuge der Fracking-Fördermethode in den USA, die Reaktion der Opec-Staaten und als Folge davon der Verfall der Ölpreise am Weltmarkt.

 

Für die Energiewirtschaft bedeutet das eine fundamentale Änderung des gesamten Geschäfsmodells.

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Doch am ersten Tag der energy2050 interessierte die zahlreich anwesenden Medienvertreter vor allem ein noch aktuelleres Thema: Den Vorschlag von ACER, der Agentur der europäischen Energieregulierungsbehörden, den gemeinsamen deutsch-österreichischen Handelsmarkt für Strom künstlich aufzuteilen. 

 

Die Folgen für den Standort Österreich wären gravierend - falls die Aufteilung kommt, würde der Preis für Strom um bis zu 15 Prozent steigen, meinte Verbund-Chef Anzengruber.

 

Bemerkenswert daran ist außerdem die grundsätzliche Zustimmung auch der Bundesnetzagentur, also der deutschen Energieregulierer.

 

 

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Die möglichen Auswirkungen kommentierte Wolfgang Hesoun, Konzernchef von Siemens Österreich, so: „Wir sind sehr besorgt über diese mögliche Zusatzbelastung. Als Vertreter der Wiener Industrie sage ich: Hier geht es ganz konkret um österreichische Arbeitsplätze.“

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Während in den Konferenzräumen die Gespräche weitergingen, ...

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... standen vor dem Eingang zahlreiche Elektromobile für eine Probefahrt bereit - hier im Bild Elektromotorräder.

 

Der Publikumsmagnet war freilich auch diesmal ...

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... ein Tesla Model S.

 

Tesla ist übrigens nicht der einzige Hersteller, der sich auf der energy2050 das Mascherl der Umweltfreundlichkeit umhängt.

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Auch Produzenten großer Spritschlucker bewerben während der Konferenz ihre als zukunftsträchtig geltenden Elektrofahrzeuge. Zum Beispiel Porsche mit seinem Cayenne Hybrid.

 

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Allerdings hielt sich der Andrang auf die ausgestellten Testfahrzeuge während der Konferenz durchaus in Grenzen - weil die meisten Gäste offenbar das Geschehen im großen Konferenzsaal noch spannender fanden.

 

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Durch die gesamte Veranstaltung führten die ORF-Profis Birgit Fenderl und Gernot Frischenschlager.

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Zur offiziellen Eröffnung betonte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber die Notwendigkeit, das Klima zu schützen und seine Strukturen zu ändern. „Entweder wir schaffen es als Branche - oder es machen die anderen“, so Anzengruber.

 

Hier spiele nicht zuletzt die Wasserkraft als eine besondere Stärke Österreichs eine zentrale Rolle.

 

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Daraufhin übergab Anzengruber an Wilfried Haslauer.

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Der Salzburger Landeshauptmann zählte die Termine auf, die er wegen der Energiekonferenz sausen ließ - und betonte daraufhin rhetorisch versiert, wie wichtig Energie sei.

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Für Heiterkeit gleich zu Beginn seines Autritts sorgte Christian Schönbauer, Sektionschef im Wirtschaftsministerium.

 

Schönbauer musste an diesem Tag den als Redner fix eingeplanten Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vertreten, der wegen der Flüchtlingskrise in Brüssel sein musste.

 

Der Sektionschef behauptete als Erstes, er sei keineswegs "nur" Ersatz für seinen Chef. Dann verwies er auf den Fußballspieler Robert Lewandowski, der am Tag zuvor in einem Spiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg eingewechselt wurde und in neun Minuten fünf Tore schoss. Zum Ende seiner Rede gab sich Schönbauer jedoch wieder bescheiden: "Sollte ich nicht fünf Tore untergebracht haben, bitte ich um Nachsicht."

 

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Unterdessen wurde das Publikum immer wieder aufgefordert, über Apps interaktiv am Geschehen auf der Bühne teilzunehmen, Aussagen zu bewerten und Fragen zu stellen. 

 

Ob freilich nicht manch einer der Anwesenden nicht trotzdem Fremdinhalte konsumierte, muss an dieser Stelle offen bleiben.

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Birgit Fenderl übergab nun das Wort an den Schweizer Christoph Frei, Generalsekretär des Weltenergierats.

 

Der Weltenergierat analysiert und erforscht von London aus das globale Geschehen der Energiebranche.

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Christoph Frei bezifferte den weltweit notwendigen Investitionsbedarf in den nächsten zwei Dekaden mit 48 Trilliarden Dollar. Eine astronomisch hohe Summe, die im Verhältnis zum Welt-BIP dieser Zeit in Höhe von 110 Trilliarden Dollar noch weitaus größer erscheint.

 

 

 

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In anderen Worten: Jeder zweite weltweit verdiente Dollar muss in den nächsten 20 Jahren in den Aufbau eines neuen Energiesystems gesteckt werden, so der Standpunkt des World Energy Council.

 

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Im Gegensatz zur üblichen Meinung von Führungskräften der Energiewirtschaft tritt der Chef des Weltenergierats jedoch nicht nur als Berufsoptimist auf.

 

"In allen unseren heutigen Prognosen und mit den bisher sichtbaren learning curves sehen wir nicht, wie es gelingen kann, den Klimawandel zu stoppen", so Frei.

 

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Auch sei es ein Mythos, den CO2-Ausstoß bis 2050 nachhaltig reduzieren zu können.

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In Vertretung seines Chefs ist auch Oliver Koch von der EU-Generaldirektion Energie zur "energy2050" angereist: Er vertritt Klaus-Dieter Borchardt, den für den Energiebinnenmarkt zuständigen Direktor der EU-Kommission, der wegen Verhandlungen aufgrund der Ukraine-Krise verhindert ist. 

 

"In einem Land mit einem 27-jährigen Außenminister vertraue ich auf Ihre Offenheit gegenüber jungen und frischen Mitarbeitern", so Koch ans Publikum gewandt über sich selbst.

 

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Ein kurzer Blick ins Publikum...

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... und in die Konferenzlobby während einer Pause.

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Nach der kurzen Pause die erste große Podiumsdiskussion ... 

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mit (v.l.) Oliver Koch von der EU-Generaldirektion Energie; Rainer Baake, Staatssekretär im deutschen Bundeswirtschaftsministerium; Moderatorin Birgit Fenderl; Walter Boltz von der E-Control und Christian Schönbauer vom Wirtschaftsministerium.

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Im offenen Gespräch stand schnell wieder das wichtigste Thema des Tages im Vordergrund: Die Frage einer Trennung der gemeinsamen österreichisch-deutschen Handelszone für Strom.

 

Rainer Baake als Vertreter der deutschen Bundesregierung war offiziell durchaus um moderate Töne bemüht: "Wir als Bundesregierung haben dazu noch keine Position bezogen. Wir werden das in guter Freundschaftstradition mit den Kollegen in Österreich diskutieren.“

 

Allerdings: Eine dezidierte Verteidigung der gemeinsamen Handelszone klingt anders.

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Auch Christian Schönbauer vom österreichischen Wirtschaftsministerium ließ offen, wie eine Entscheidung ausfallen könnte.

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Walter Boltz von der E-Control rechnet damit, dass bis Ende dieses Jahres ein Kompromiss gefunden werden kann. „Die Fakten liegen jetzt auf dem Tisch. Wie die Lösung aussehen wird, kann ich heute aber noch nicht sagen“, sagt Boltz.

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Oliver Koch als Vertreter der EU-Kommission betont in diesem Zusammenhang, dass Preiszonen keine Marktzonen seien - mit einer endgültigen Entscheidung sei in nächster Zeit nicht zu rechnen.

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Moderiert von Gernot Frischenschlager war die zweite große Gesprächsrunde des Tages den Themen Marktdesign und Versorgungssicherheit gewidmet: "Welche Spielregeln brauchen die Marktteilnehmer?"

 

Am Podium: Gastgeber Wolfgang Anzengruber, Wolfgang Hesoun von Siemens Österreich, Moderator Gernot Frischenschlager, Fred Jung vom Windradbetreiber juwi und Rudolf Zrost von der Industriellenvereinigung Salzburg.

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Mit kritischen Publikumsfragen geht der offizielle Teil des ersten Tages zu Ende.

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Am zweiten Tag tritt als erster Ray Hammond ans Rednerpult. Beim Blick in die Zukunft gibt der britische Gesellschaftsforscher ebenfalls wenig Grund zum Jubeln.

 

Hammond listet sechs Megatrends der nächsten 30 Jahre auf.

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Mit dem Megatrend eines massiven Bevölkerungswachstums auf bald neun Milliarden Menschen geht ein enormer Anstieg der Energienachfrage einher. Dieser werde sich laut Hammond in den nächsten fünf Jahren glatt verdoppeln – allen Einsparungsversuchen zum Trotz.

 

Keine guten Nachrichten für die Erwärmung des Planeten.

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Der zweite Megatrend sei daher der Klimawandel: Seine katastrophalen Auswirkungen seien schon bald das beherrschende Thema der internationalen politischen Agenda, so der Forscher.

 

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Im direkten Widerspruch damit steht Hammond zufolge der dritte Trend: Die bis mindestens 2050 weiter zentrale Rolle der fossilen Energieträger.

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Wie mehrere andere namhafte Redner zeigt sich Hammond bei der Frage, ob der Klimawandel zu stoppen sei, überaus pessimistisch – und genau das ist ein Novum auf großen Fachveranstaltungen der Branche, wo bisher vor allem Optimismus und wirtschaftsfreundliche Standpunkte vorherrschend waren.

 

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Von den globalen Megatrends nun einige kurze Minuten hinunter zu den Mühen der Ebene.

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Wolfgang Mauch von der deutschen Forschungsstelle für Energiewirtschaft verweist auf die schwierige Durchsetzung neuer Stromnetzen oder Windräder - und plädiert für exakt ausgewiesene CO2-Kosten für jeden Haushalt, um ein Umdenken der Verbraucher zu forcieren. Er erwähnt auch bei zahlreichen Maßnahmen ganz offen die Grenzen der Freiwilligkeit.

 

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Das Fehlen guter Stromspeicher ist das Thema von Clemens Triebel von der Firma Younicos. Vorweg richtet er eine freundliche Bemerkung an seine Zuhörer: "Es ist schwierig für mich, in Österreich vorzutragen, weil bei Euch ist alles in Ordnung. Und mein Lieblings-Atomkraftwerk steht in Zwentendorf.“

 

In Deutschland seien Speicherkapazitäten von 30 GW notwendig, sagt Triebel - doch bisher im großindustriellen Einsatz immer noch weitgehend utopisch. Ein Hoffnungszeichen sieht Triebel ausgerechnet bei der Autoindustrie: Die Optimierung der Batterien schreite erstaunlich schnell voran.

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Daraufhin referiert Alexander Zeh von der Gesellschaft für Konsumforschung über die Digitalisierung der Finanzwirtschaft und die Wichtigkeit von Online-Banking.

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Kein Kommentar.

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Die große Podiumsdiskussion des zweiten Vormittags widmet sich dem Thema: "Welche Anforderungen hat der Kunde an den Energieanbieter der Zukunft?"

 

Es diskutieren: Michael-Viktor Fischer von Smatrics, Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß von Fronius, Günter Krupitza von Solavolta, Gerhard Marterbauer von Deloitte Österreich, Gerd Pollhammer von Siemens Österreich und Michael Strebl von Salzburg Netz.

 

 

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Ingo Becker von Kepler Cheuvreux bringt die Perspektive von Analysten in die Diskussionen mit ein.

 

Seine Prognose: Die Umstellung auf Erneuerbare werde immer stärker werden und für angestammte Versorger immer mehr für Schwierigkeiten sorgen. Die Zeit der Stromknappheit sei vorbei. Und ein weiteres Absinken des Preises von derzeit 30 auf rund 20 Euro pro Megawatt nicht auszuschließen.

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David Brewster, Mitbegründer des Demand Response-Anbieters EnerNOC, bringt daraufhin eine sehr amerikanische, weil zutiefst optimistische Sicht in die Diskussion.

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Sein Unternehmen ist heute der größte Demand Response-Anbieter der Welt. Das Konzept dahinter: EnerNOC tritt als Vermittler zwischen dem Energielieferanten und dem industriellen Großverbraucher auf, um bei beiden für mehr Flexibilität im Verbrauch und in der Erzeugung zu sorgen.

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Für die Verbraucher sei die Maßnahme kostenlos, doch ihre Mitwirkung bringe ihnen sofort bares Geld, sagt Brewster und verweist auf das Beispiel von PJM.

 

Dieser größte Netzbetreiber der USA konnte über Demand Response knapp zwölf Milliarden Dollar einsparen. Bei der Kapazität sei der Bedarf von 107 Gigawatt um rund ein Zehntel gesunken, so Brewster.

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Ein fast schon fernsehtaugliches Format bildete den Höhepunkt des zweiten Tages: Der Schnellwettbewerb von fünf Startups, die gegeneinander angetreten waren, um das vom Verbund gestiftete Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro zu bekommen - und natürlich vor allem neue Kontakte.

 

Das Prozedere: Jedes Projekt wird von einer Person in exakt fünf Minuten auf der Bühne präsentiert. Anschließend wird der Vortragende mit Fragen der Jury und dann aus dem Publikum gelöchert. Zum Schluss stimmt das Publikum über das beste Projekt ab.

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Ein Team um Sascha Kühl aus München macht den Anfang. Die drei Ingenieure und eine Betriebswirtin stellen eine Software für geberlose Regelung für Synchronmaschinen vor. Die Mannschaft strebt mit ihrer Firma Bitflux einen Marktanteil von zehn Prozent an.

 

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Thomas Schlegl, Absolvent der TU Graz, hat eine Firma für Sensoren für Enteisungsanlagen bei Windrädern gegründet. Die drahtlosen Sensoren melden, wann eine Windradanlage enteist werden muss. Der Bedarf ist groß - die Nachfrage auch. Heuer will Schlegl bereits Umsatz von 200.000 Euro erreichen.

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Routiniert präsentiert Martin Klässner von der in Radstadt ansässigen has.to.be GmbH ein cloud-basiertes Abrechnungsprogramm für Elektroautos. Zu den Kunden zählen bereits Firmen wie Audi oder Swisscom.

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Dass die in Dresden ansässige Firma Sunfire von Nils Aldag in diesem Umfeld antritt, mag überraschen - denn für das Unternehmen arbeiten bereits rund 85 Ingenieure. Sunfire stellt neuartige Hochtemperatur-Brennstoffzellen zur Speicherung von Energie her.

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Auch der im burgenländischen Güssing ansässige Hersteller Smartflower von Thomas Daubek hat die ersten Schritte schon lange hinter sich.

 

Die Firma produziert PV-Anlagen in Form einer stark simplifizierten Blume, die sich automatisch ausklappt, nach der Sonne dreht und wieder zusammenklappt. Smartflower ist bereits in 18 Ländern präsent.

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Das Rennen machen allerdings weder die Softwareprogramme, noch die Brennstoffzelle noch die Blume - sondern die Sensoren für WIndräder.

 

Der TU Graz-Absolvent Thomas Schlegl überzeugt mit seiner Idee für die Firma eologix eine deutliche Mehrheit des Publikums.

 

Die Jurymitglieder unter Vorsitz des Gastgebers hatten übrigens genauso eine einzige Stimme zur Verfügung wie alle anderen Anwesenden.

 

 

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Am dritten Tag der Energiekonferenz "energy2050" stand die Perspektive Europas im Vordergrund - vertreten etwa durch Entso-E, die Lobby der Übertragungsnetzbetreiber aus 34 Ländern.  

 

Konstantin Staschus von Entso-E stellte fest, dass die erneuerbaren Energien noch nicht ausreichend im Markt integriert seien - und daher brauche es Regulative. Trotzdem setze sich die Interessensvertretung weiter für grenzübergreifenden Markt und Wettbewerb ein.

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Nach dem Auftritt von Staschus präsentiert ein Team aus Mitarbeitern des Verbund und interdisziplinär zusammengesetzten Experten eine Skizze des Alltags, den ein typischer Endverbraucher im Jahr 2050 haben könnte.

 

Demnach kommt der Großteil der notwendigen Energie in 35 Jahren von der Sonne, während dutzende Gerätschaften im Haushalt und der Energieverbrauch - also Dinge, die sich heute weitestgehend von alleine erledigen - in Zukunft jeden Tag über "smarte" Anwendungen geregelt werden müssen.

 

Der imaginären Figur "Valentin" in der Präsentation scheint der permanente Stress des Alltagsmanagements kaum zuzusetzen - er zählt lieber die "E-Coins", die er während der Sonnenstunden sammelt.

 

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Mit der letzten großen Podiumsdiskussion zur Analyse des Marktplatzes geht "energy2050" zu Ende.

 

Es nehmen teil: Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen; Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie; Gernot Frischenschlager als Moderator; Hans ten Berge, Geschäftsführer von Eurelectric und Michael Wunnerlich, einer der Geschäftsführer des BDEW.

 

So plädiert Barbara Schmidt weder für mehr noch für weniger, sondern für eine klügere Regulierung.

 

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Viele Prognosen und Appelle wurden in den drei Tagen formuliert - doch einige dürften bis zum Jahr 2017, wenn die nächste große Energiekonferenz des Verbund stattfindet, ja tatsächlich wahr werden.