Konjunktur

Das sind die Wünsche der heimischen Industrie

Lob für die Forschungsförderung, dafür harsche Kritik an der Durchführung öffentlicher Vergaben: Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der heimischen Industrie.

Wifo Top-250 Unternehmen Industrie

Sie bekam wenig überraschende Antworten der über 300 größten Industrie-Unternehmen auf Fragen nach den Wünschen der Industrie: 92 Prozent der Industriellen wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, 88 Prozent fordern eine Senkung der Steuer und Abgabenquote. Hier lag Österreich im Vergleich zu anderen Ländern im Spitzenfeld. Nach Informationen der OECD belegte Österreich mit 43,5 Prozent Abgabenquote im Vorjahr den fünften Platz - 2014 betrug die Abgabenquote noch. 42,5 Prozent. Österreichs Höchstwert stammt aus dem Jahr 2001 mit 44,9 Prozent. Laut den Zahlen der OECD-Studie "Tax Revenue Trends" lagen 2015 nur Dänemark (46,6 Prozent), Frankreich (45,5 Prozent), Belgien (44,8 Prozent) und Finnland (44,0 Prozent) vor Österreich.

Die heimischen Industrieunternehmen fordern auf Wifo-Nachfrage Verbesserungen beim Bildungssystem - das ist immerhin 83 Prozent wichtig, während hingegen nur 32 Prozent den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur notwendig finden.

Steuererhebung und Prüfung als Kritikpunkt

Vernichtend ist der Urteil der Industriellen über die Durchführung öffentlicher Vergaben: Lediglich sechs Prozent waren damit zufrieden. Und auch die Steuerprüfung erzürnt sie: Nur 17 Prozent Industriekapitäne finden sie in Ordnung, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die Kritik: Die Politik denke zu wenig an den Standort. Auch mit Bestimmungen zur Arbeitssicherheit und Arbeitsplatzregulierung zeigen sich die Unternehmen unzufrieden.

Aber es gibt auch durchaus Lob für die industriellen Rahmenbedingungen: So sind 47 Prozent mit den Leistungen bei Import und Export zufrieden, 39 Prozent loben die Forschungsförderung. (apa)