Automobilindustrie

Das sind die Mittelklasse-Neuheiten 2019

In der Mittelklasse tut sich einiges: BMW, Audi und VW frischen ihre Bestseller auf und setzen auf neue Technik, neue Motoren und Schwarmintelligenz. Andere ziehen nach. Welche Modelle noch heuer erscheinen.

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Der neue 3er: „Hey BMW!“

BMW, 3 © BMW

BMW entlässt den 3er in seine mittlerweile siebte Generation und setzt auf neue Technik und wohl- dosierte optische Veränderungen.

Die Parallelen zum Vorgänger bleiben sichtbar und sind für BMW nicht unwichtig. Schließlich ist jeder fünfte zugelassene BMW ein 3er. Die großen Nieren samt Aerodynamik-Klappen für einen noch besseren Luftwiderstandswert, breitere Scheinwerfer, neue Sicken und eine komplett überarbeitete Heckpartie mit L-förmiger Leuchtengrafik kennzeichnen den neuen Mittelklasse-BMW. Die Überhänge und Proportionen bleiben dem Vorgänger treu. In den Abmessungen ist die neue Generation aber gewachsen: In der Länge gibt es ein Plus von 8,5 Zentimetern auf nunmehr 4,71 Meter. Auch der Abstand der Achsen ist auf 2,85 Meter gewachsen. Im Inneren macht sich der Zuwachs vor allem auf der Rückbank und im Kofferraum bemerkbar. Letzterer fasst nun erstaunliche 480 Liter. Gegenüber dem Vorgänger ist das Armaturenbrett aufgeräumt, schlanker und optisch in die Breite gezogen. Der zentrale 10,2 Zoll große Touchscreen übernimmt zudem zahlreiche Fahrzeugeinstellungen. Modern und zeitlos wirkt der neu gestaltete iDrive-Controller auf der Mittelkonsole.

Verbrauch von unter sieben Litern

Vor allem der 330d ist die perfekte Symbiose aus Effizienz und Fahrspaß: 190 PS und 400 Nm Drehmoment sorgen für eine gute Performance. Den Verbrauch geben die Bayern mit 4,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer an. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten bleibt der Verbrauch unter sieben Litern. Auch beim Fahrwerk hat der neue 3er einen Sprung gemacht: Der Viertürer fährt sich deutlich komfortabler und entspannter als sein Vorgänger. Dank Gewichtsverlust, einer breiteren Spur und der perfekt ausbalancierten Gewichtsverteilung klebt der 3er förmlich auf der Straße, lässt sich präzise durch enge Kurven steuern, um dann mit voller Kraft los- zustürmen. Die neuen Akustikfront- und Seitenscheiben schirmen das Innere gegen Außengeräusche ab.

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Infotainment

Auf Wunsch kommt der neue 3er mit der neuesten Generation des BMW-Infotainments Operating System 7.0. Über Sprachbefehle – ohne feste Phrasen – kann der Fahrer mit seinem BMW kommunizieren, navigieren, Termine und Musik verwalten. Mit einem „Hey, BMW!“ wird die Sprachsteuerung aktiviert. Durch Cloud-Anbindung ist das System lernfähig. Auf Wunsch stehen neben vier Ausstattungslinien sowie dem starken M-Performance-Paket samt Sportdifferential zahlreiche Ausstattungsdetails wie Glasschiebedach oder Ambientebeleuchtung zur Wahl.

Insgesamt bietet BMW für den neuen 3er sechs Motorisierungen an. Neben zwei aufgeladenen Benzinern mit 184 und 258 PS stehen drei Diesel zwischen 150 und 265 PS sowie ein Plug-in-Hybrid mit 292 PS beim Händler bereit. Alle Motorisierungen übernehmen die Achtgangautomatik. Die beiden kleinen Diesel 318d und 320d können mit einer Handschaltung geliefert werden.

Leistung: 150-374 PS
Getriebe: 6-Gang-Schaltung, 8-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 4,2-6,1 l/100 km
CO2-Emissionen: 109-138 g/km
Beschleunigung: 5,5-8,5 s
Basis-Listenpreis: ab 39.000 Euro

Volvo S60: Hybrid-Offensive

Volvo © Volvo

So schön können Trennungen sein: Die Schweden präsentieren ihren neuen S60 und verabschieden sich vom Diesel.

Neben zwei Benzinern mit 250 und 310 PS setzt Volvo auf zwei Plug-in-Hybride mit 340 und 390 PS. Bei beiden Varianten treibt ein Benziner die Vorder- und ein E-Motor die Hinterachse an. Dank neuer Plattform wächst der S60 gegenüber dem Vorgänger kräftig, und das kommt vor allem den Insassen in der zweiten Reihe und dem üppigen Kofferraumvolumen von 442 Litern zugute. Bis zur B-Säule ist der S60 mit seinem großen Bruder, dem V60, dank flach nach unten gezogener Front mit den schmalen Scheinwerfern im Volvo-typischen „Thors-Hammer-Look“ und dem chromumrandeten Grill identisch. Aus der Seitenperspektive fällt die elegant abfallende Coupé-Form der Limousine positiv auf. Das Innere erinnert stark an den V60 und übernimmt damit das aktuelle Volvo- Design. Die Bedienung erfolgt über einen 9,2 Zoll großen Touchscreen, welcher als Schaltzentrale für Fahrzeuginformationen, Navigation, Konnektivität und Entertainment dient. Zahlreiche Sicherheitssysteme sollen den S60 laut Volvo zum sichersten Fahrzeug am Markt machen. Mit dabei: Notbremssystem, Lenkunterstützung und teilautonomer Autopilot.

Leistung: 250-390 PS
Getriebe: 8-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 1,9-7,6 l/100 km
CO2-Emissionen: 39-171 g/km
Beschleunigung: 4,9-6,5 s
Basis-Listenpreis: ab 43.000 Euro

Jaguar XE: Hightech-Interieur

jaguar © Jaguar

Jaguar rüstet den XE technisch auf. Und geht damit gegen Konkurrenten wie den 3er, die C-Klasse oder den A4 vor.

Äußerlich gibt es nur geringfügige Änderungen: Der Kühlergrill ist etwas flacher und breiter, die Lufteinlässe größer und Voll-LED-Scheinwerfer nun serienmäßig. Am Heck gibt es dafür eine neue Leuchtgrafik sowie neugeformte Stoßfänger. Gerade im Innenraum konnte der alte XE kaum mit seinen Konkurrenten mithalten. Das komplett überarbeitete Interieur bietet nun neben hochwertigen Materialien wie Holz oder Aluminium auch tolle Technik: Vom i-Pace kommt das Touch Pro Duo Infotainment-System, das aus zwei HD-Touchscreens mit 10 und 5,5 Zoll besteht. Auch die Kombiinstrumente sind nun komplett digital und schick gestaltet. Mittels der Smartphone-Schnitt- stelle Smart Settings erkennt der neue XE Vorlieben des Fahrers und stellt diese automatisch ein. Mehrere Ausstattungslinien mit zahlreichen Extras stellen auch die Briten zur Verfügung. Ab Werk kommt der XE mit einer Achtstufenautomatik. Einige Varianten bieten zudem Heck- und Allradantrieb. Zwei Benziner mit 250 und 300 PS sowie ein Diesel mit 180 PS sind aktuell erhältlich. Den Normverbrauch gibt Jaguar mit 4,8 Litern an.

Leistung: 180-300 PS
Getriebe: 8-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 4,9-7,3 l/100 km
CO2-Emissionen: 130-170 g/km
Beschleunigung: 5,7-8,1 s
Basis-Listenpreis: ab 46.500 Euro

VW Passat: Europas Liebling

VW, Passat © Volkswagen

Jeder vierte verkaufte Mittelklasse-Wagen in Europa ist ein – richtig! – Passat.

Heuer bringt Volkswagen seinen neuen Passat mit neuen Assistenzsystemen, sauberen Motoren und längst überfälligen (smarten) Konnektivitätslösungen auf den Markt. Auf große optische Retuschen verzichten die Wolfsburger allerdings. Während die Vorderseite etwas gestrafft und dem Arteon angepasst wurde, gibt es hinten neue Rückleuchten mit Extra-Funktion: Beim Bremsen werden die Lichter nicht nur heller, sondern ändern auch ihre Leuchtgrafik für bessere Aufmerksamkeit. Motorenseitig hat sich VW vor allem auf seine Pflicht beschränkt, die Euro-6d-Norm einzuhalten. Angeboten werden neben drei Benzinern zwischen 150 und 272 PS auch vier Diesel zwischen 120 und 240 PS sowie ein überarbeiteter Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 218 PS. Dank größerer Batterie schafft dieser nun 55 Kilometer rein elektrisch. Unter dem Namen IQ.Drive bündelt VW nun seine Assistenzsysteme, die bis 210 km/h unter anderem mitlenken, Gas geben, bremsen und die Geschwindigkeit an Begrenzung und Straßenverlauf anpassen. Ebenfalls hält in das Facelift die zweite Ausbaustufe des digitalen Cockpits mit 11,7-Zoll-Display und neuer Infotainment-Software Einzug. Alle Systeme sind immer online – auch ohne die Verbindung mit einem Smartphone. Mittels We Connect kann das Auto per Smartphone geöffnet oder geschlossen werden sowie Parkscheine am Passat-Touchscreen gekauft werden.

Leistung: 120-240 PS
Getriebe: 6-Gang-Schaltung, 7-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 1,7-7,7 l/100 km
CO2-Emissionen: 106-162 g/km
Beschleunigung: 5,6-7,7 s
Basis-Listenpreis: ab 34.400 Euro

Audi A4: Flotten-Intelligenz

Audi © Audi

Ein weiterer Verkaufsschlager wird aufgemöbelt: Audi erneuert seinen A4. Und setzt auf neue Motoren und Schwarmintelligenz.

Äußerlich ändert sich nur die Front mit breiterem Singleframe-Kühlergrill und den markanten Luftöffnungen sowie ein paar neu gezeichnete Sicken. Im Inneren hat sich Audi dafür aber ausgetobt: Statt des gewohnten Dreh-Drück-Schalters auf der Mittelkonsole übernimmt nun ein 10,1 Zoll großer, zentraler HD-Touchscreen die MMI-Bedienung. Ein 12,3-Zoll großes virtuelles Cockpit ist optional erhältlich. Mithilfe der neuen Car-To-X-Vernetzung werden Informationen zu Gefahrenquellen, Staus oder Baustellen innerhalb der Audi-Flotte geteilt. Auch freiwerdende Parkplätze können die neuen Audi-Modelle sharen. Praktisch für die Firmenflotte: Mit MyAudi lassen sich 14 verschiedene Nutzerprofile anlegen. Motorenseitig bietet Audi sechs Turbomotoren mit einer Leistungsspanne von 136 PS bis 347 PS an. Drei Motorisierungen kommen als Mild-Hybrid-System auf 12-Volt-Basis, das im Alltagsbetrieb den Kraftstoffverbrauch um bis zu 0,3 Liter pro 100 Kilometer verringert. Auch bei den Assistenzsystemen hebt Audi den aufgemöbelten A4 auf den neuesten Stand der Technik.

Leistung: 136-347 PS
Getriebe: 7-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 4,9-6,8 l/100 km
CO2-Emissionen: 125-155 g/km
Beschleunigung: 6,3-8,5 s
Basis-Listenpreis: ab 35.200 Euro

Alfa Romeo Giulietta: Neu mit Hinterantrieb

Auch Alfa Romeo gönnt seiner Giulietta nach acht Jahren ein Update. Und konzentriert sich dabei vor allem auf die Motoren.

Diese erfüllen nun die Euro-6d-Norm. Angeboten werden ein 1,4-Liter- Turbobenziner mit 120 PS, ein 1,6-Liter-Turbodiesel mit 120 PS sowie ein 2,0-Liter-Turbodiesel mit ebenfalls 120 PS. Mithilfe der Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A. lassen sich Fahrverhalten und die Reaktion von Motor und Brem- se individuell einstellen. Zur Wahl stehen eine 6-Gang-Handschaltung oder eine 6-Gang-Automatik. Und während die Konkurrenz auf Frontantrieb setzt, kommt die Italienerin mit Hinterantrieb zum Händler gerollt. Das verspricht zumindest theoretisch jede Menge Fahrspaß. Die Giulietta wird in vier Ausstattungsversionen angeboten: Giulietta, Super, B-Tech und Veloce. In der Spitzenausstattung kommt die neue Giulietta mit deutlich schärferer Optik. Vor allem die Stoßfänger mit gelben Zierleisten, die gelb lackierten Bremssättel und die beiden Endrohre der Sportabgasanlage fallen auf. Auch im Inneren bieten die Italiener hochwertige Materialien an: Alcantara-Sitze mit gelben Kontrastnähten, Aluminium-Pedale, Leder-Applikationen.

Leistung: 120 PS
Getriebe: 6-Gang-Schaltung, 6-Gang-Automatik
Verbrauch (kombiniert): 4,7-7,2 l/100 km
CO2-Emissionen: 123-164 g/km
Beschleunigung: 9,4-10,2 s
Basis-Listenpreis: ab 23.400 Euro

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