Künstliche Intelligenz

Das sind die Herausforderungen künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz soll Menschen unterstützen, und sie nicht ersetzen. Dafür braucht es breitere Verfügbarkeit, ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine Art „Roboter-Steuer“, wenn es nach Roboter-Forscher Jürgen Schmidhuber geht.

Das Thema künstliche Intelligenz ist schon längst in der weltweiten Industrie angekommen und unterstützt Unternehmen, Prozesse effizienter zu gestalten. Doch es gibt zahlreiche Herausforderungen, die es zu meistern gilt. So sei es etwa notwendig, meint Microsoft-Chef Satya Nadella, künstliche Intelligenz breiter verfügbar machen: "Der nächste Schritt für mich ist: Wie können wir diesen Zugang demokratisieren“.

Die Technologie-Branche müsse sich ihrer Verantwortung stellen und die Leute fit für die Zukunft machen, betonte er mit Blick auf die Sorge vor der Verdrängung von Jobs durch Maschinen. "Wir brauchen technologische Durchbrüche, um Wachstum über unsere Industrie hinaus anzukurbeln." Insgesamt müsse künstliche Intelligenz den Menschen helfen, statt sie zu ersetzen.

Bedingungsloses Grundeinkommen und "Roboter-Steuer"

In eine andere Kerbe schlägt Jürgen Schmidhuber, wissenschaftlicher Direktor des Schweizerischen Labors für Künstliche Intelligenz (IDSIA) in Lugano. Er programmiert Roboter mit Lernalgorithmen auf bestimmte Tätigkeiten und plädiert für ein bedingungsloses Grundeinkommen: „Irgendwann werden Roboter viele Dinge erledigen, die heute Menschen tun. Sie werden Smartphones zusammenbauen und Brombeeren pflücken", so der Forscher. Menschen würden schon heute vor allem "Luxusberufe", wie Reporter oder Wissenschaftler ausüben, die nicht überlebensnotwendig seien.

Diese Veränderung der Arbeitswelt würden zu einem neuen Besteuerungsmodell führen. "Roboterbesitzer werden Steuern zahlen müssen, um die Mitglieder unserer Gesellschaft zu ernähren, die keine existenziell notwendigen Jobs mehr ausüben", so Schmidhuber. Wer dies nicht bis zu einem gewissen Grad unterstütze, beschwöre geradezu die Revolution Mensch gegen Maschine herauf.

Er vermute daher, dass die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens – mit der er sympathisiere – immer mehr Anhänger finden werde. Denn Roboter würden künftig immer komplexere Arbeiten übernehmen. Der 53-jährige Schmidhuber gilt als einer der weltweit führenden Forscher zu künstlicher Intelligenz (KI) und Lernalgorithmen. (apa/dpa/Reuters)