Eventmanagement

Das Morgen hat begonnen

Wenn man den Prognosen glaubt, werden Kongresse, Seminare und Messen in 20 Jahren kaum mehr wiederzuerkennen sein. Was uns morgen erwartet und in welchen Bereichen die Zukunft bereits zu bestaunen ist.

Virtual Reality: Game-Changer im Eventmanagement der Zukunft. Beim Modehersteller Dior schon Realität. 

Seit Jahrzehnten geübte Praxis in der Star-Wars-Saga: Per dreidimensionalem Hologramm nehmen Menschen an Veranstaltungen in weit entfernten Gegenden des Universums teil. Dank Virtual Reality (VR) dürfte dies schon in naher Zukunft auch auf unserem Planeten möglich sein. Experten sind sich sicher: In wenigen Jahren muss niemand mehr in den Zug oder ins Flugzeug steigen, um bei Konferenzen dabei zu sein. Nicht mehr über Bildschirme, sondern mit dreidimensionalen Avataren, die sprechen, hören, gehen und gestikulieren können, kann dann kommuniziert werden.

Noch klingt die Vorstellung futuristisch, doch klar ist: Zunehmende Technisierung und Digitalisierung werden den Charakter von Konferenzen, Seminaren und Messen in Zukunft dramatisch verändern. So hat etwa unser Streben nach Nachhaltigkeit das Zeug, das "Look and Feel" von Events zukünftig deutlich zu modifizieren. Auch der demografische Wandel verlangt nach Antworten und stellt Eventmanager vor Herausforderungen. Starre Veranstaltungsformate dürften sich auflösen – und Interaktion zum Schlüsselbegriff werden: Frontalvorträge sind passé. In der Zukunft zählen Innovation, Kreativität, Abwechslung und persönliche Weiterentwicklung. Ein Blick in die Zukunft.

Dior macht’s vor

White Paper zum Thema

Bereits 2016 könnte der entscheidende Durchbruch im Bereich Technisierung stattfinden: Dann kommt die nächste
Generation von Virtual-Reality-Brillen auf den Markt. Diese erlauben, die Wirklichkeit in einer in Echtzeit computergenerierten interaktiven virtuellen Umgebung wahrzunehmen. Bis jetzt galten die klobigen HMDs (Head-Mounted Displays) als Spielzeug für Gamer und Technik-Freaks. In Zukunft werden sie die Lieblinge der Veranstaltungsindustrie sein: Schon jetzt wird Virtual Reality bei Seminaren für Mediziner eingesetzt, um komplexe Operationen für die Teilnehmer zu simulieren. Das Modehaus Dior lässt seit Juni 2015 Kunden in ausgewählten Geschäften über eigens entwickelte VR-Brillen an Fashion Shows teilnehmen. 

Vor allem für die Messebranche hat VR großes Potenzial: Man kann Produkte viel begreifbarer, kreativer und emotionaler präsentieren und sogar virtuelle Unternehmensrundgänge anbieten. Diese neuen Präsentationsmöglichkeiten sowie 360-Grad-Videos, bei denen man das Gefühl hat, hautnah dabei zu sein, bieten einen ersten Vorgeschmack auf die Zukunft. Man muss jedoch im Kopf behalten, dass jegliche Technisierung und Virtualisierung Fragen nach Datenschutz und korrektem Umgang mit Informationen auf- wirft – auch hier müssen die Veran- stalter innovative und überzeugende Antworten finden.

Green Events, Grey Events

Wer gedanklich 25 Jahre zurückstreift, wird realisieren, wie sehr uns Nachhaltigkeitsideen in den letzten Jahren geprägt haben. Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, daran besteht unter Experten kein Zweifel. Nur für Mülltrennung, Energiesparideen und einer gratis Öffi-Karte zur Veranstaltung bekommt heute kein Eventmanager mehr ein Nachhaltigkeits-Abzeichen an die Brust geheftet: Der Verzicht auf Papier und Give-aways oder nachhaltiges Catering mit Vegetarischem gehören heute ebenfalls zum Angebot wie die Förderung sozialer und kultureller Initiativen.