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Das Kräftemessen der Roboter

Am 24. Oktober werden die Sieger von Österreichs erstem Award für innovative Robotics gekürt. Die Einreichungen sind spektakulär.

Robotik Austrian Robotics Award Knapp Grant Thornton robo4you

Es war ein Aufbruch zu den Grenzen der Robotik. Viel explorative Arbeit, nicht immer ein gemütlicher Spaziergang für die Entwickler aus dem Hause Knapp. Markus Posch kennt die unzähligen Geschichten, die sich um den Griff in die Kiste – eine der Königsdisziplinen der Robotik – ranken. Und gern geht der langjährige Knapp-Mann – seit dem Vorjahr Produktmanager für Robotiksysteme – down memory lane: „Hinter unserem Pick-it-Easy-Robot steckt eine sehr langfristige Entwicklungsarbeit und vor allem ein früher strategischer Richtungsentscheid für eine vollautomatisierte Pick-Lösung“, sagt er. Die sich nun ihren Weg in verschiedene Industriezweige bahnt: „Die Anzahl der Kundenprojekte nimmt zu“, so Posch. Im Pharmabereich waren die ersten Roboter im Live- Betrieb. Jetzt werden auch in anderen Sparten die Stückzahlen „sukzessive hochgefahren“, sagt er.

Eine Einreichung von vielen

Bewogen, mit der Roboterzelle (Pick-it-Easy-Robot) beim Austrian Robotics Award in der Kategeorie Unternehmen einzureichen, hat die Steirer aber die technologische Komponente. Dass sich die Roboterzelle – sie wird von Knapp als Teil einer Kommissionierkomplettlösung vermarktet – beim Picken chaotisch gelagerter Artikel in einer Kiste so gut schlägt, muss man sich als querbedingten Erfolg vorstellen. Und zwar aus: exponentiell gestiegener Computerleistung, der Kamera zur Objekterkennung und den intelligenten Algorithmen zur Greifpunktbestimmung, dem Greifer und der Steuerung. Letztere macht bis zu 1200 Einzelpicks pro Stunde möglich. Das Vision-System identifiziert Objekte und Greifpunkte in Millisekunden, mit jedem Griff wird das lernende System dabei intelligenter. „Der Kunde kann eine Vielzahl von Artikeln handhaben“, so Posch. Greifer gibt es je nach Branche mehrere zur Auswahl, der Knickarmroboter ist ein Standardprodukt, das von Herstellern wie etwa Fanuc kommt.

Robotics-Konferenz

Ein Beleg dafür, dass in den letzten Jahren kaum eine Technologie einen ähnlichen Höhenflug erlebte wie die der Robotics. Neue Rekorde bei der Zahl installierter Lösungen, dazu neue Funktionalitäten und ein immer stärkeres Zusammenspiel mit dem Menschen zeichnen die Robotik aus. Viele weitere Einreichungen beim Austrian Robotics Award sind nicht minder spektakulär. 2018 von robo4you und Grant Thornton Austria ins Leben gerufen, gipfelt der Wettbewerb am 24. Oktober im Palais Niederösterreich in seinem Höhepunkt – der feierlichen Vergabe des Awards in den vier Kategorien Unternehmen, Start-up & Spin- off, FH+Uni sowie AHS+BHS. Die Verleihung findet im Anschluss an eine Robotics-Konferenz statt, bei der das Thema von Forschern und Praktikern wie Astrid Weiss (TU Wien), Corinna Engelhardt-Nowitzki (FH Technikum Wien), Friedrich Urbanek (Xephor Solutions), Walter Wohlkinger (Blue Danube Robotics) sowie Felix Krause (Google) beleuchtet wird. „Im Mittelpunkt stehen Themen wie Zusammenspiel Mensch und Roboter, wie KI unseren Alltag verändern wird und wie diese Veränderung geregelt werden muss“, so die Konferenz-Leiterin Karin Schmollgruber von Grant Thornton.

White Paper zum Thema

Suche nach den Pionieren

Wir haben selbstverständlich mit großem Interesse gerechnet, waren aber dann doch von der Anzahl der Einreichungen überrascht“, sagt Michael Stifter von robo4you. 14 Projekte wurden eingereicht. INDUSTRIEMAGAZIN unterstützt den Austrian Robotics Award, der als Showcase der besten Ideen dienen und einem breiten Publikum die Bedeutung der Robotics in Forschung und Entwicklung näherbringen soll. Seit 2010 setzt sich der Verein robo4you unter anderem für die Nachwuchs-Förderung von Robotics-Talenten ein. Grant Thornton Austria berät den österreichischen Mittelstand unter anderem im Bereich Robotic Process Automation und gehört zu einem der weltweit größten Netzwerke unabhängiger Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- und Beratungsgesellschaften.

Für die Gewinner der beiden Nachwuchskategorien winken jeweils 3.000 Euro als Preisgeld. Die Einreichungen werden von einer hochkarätig besetzten Jury aus Vertretern der Bereiche Bildung und Industrie sowie der österreichischen Gesellschaft für Mess-, Automatisierungs- und Robotertechnik (GMAR) gekürt. Zu den Hauptsponsoren gehören ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte und die Fachhochschule Wiener Neustadt.

Der Austrian Robotics Award, Österreichs erster Award für innovative Robotics und Zukunftstechnologien, wird am 24. Oktober 2018 im Palais Niederösterreich verliehen. Hier geht’s zur Webseite.

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