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Das erfolgreiche Sanierungsverfahren des First Vienna Football-Club hat eindrucksvoll gezeigt, dass am Ende der wirtschaftlichen Krise ein für alle Beteiligten positiver Ausgang stehen kann.

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Der Vienna war der Hauptsponsor, der mit seinen Beiträgen 75 % der Ausgaben gedeckt hatte, ausgefallen. Der Verein war gezwungen, ein gerichtliches Sanierungsverfahren nach der Insolvenzordnung einzuleiten. Parallel wurde von der Vereinsführung alles unternommen, um neue Geldgeber zu finden. Unter der Annahme, diese Suche würde erfolgreich sein, bot die Vienna ihren Gläubigern eine 30-Prozent-Quote.

Rasch war klar, dass eine solche Quote angemessen ist, weil bei einer Liquidation mit gar keiner Quote zu rechnen war. So hat die Sanierungsverwaltung unter der Bedingung, dass bis zur Abstimmung über den Sanierungsplan eine Finanzierungszusage von einem neuen Sponsor beigebracht wird, auch die Annahme des Sanierungsplanvorschlages empfohlen.

Die UNIQA Insurance Group hat sich bereit erklärt, die Vienna finanziell in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Damit hat sie neben der Rettung des Traditionsvereins für sich die Basis geschaffen, mit ihrem Sponsoring eigene Ziele umzusetzen.

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Die Gläubiger haben einstimmig dem Sanierungsplanvorschlag zugestimmt und so einen für alle Beteiligten positiven Ausgang ermöglicht. Das zeigt, dass die sanierungsfreundlichen Bestimmungen der Insolvenzordnung grundsätzlich funktionieren.


Dr. Matthias Schmidt ist Rechtsanwalt und Partner bei Preslmayr Rechtsanwälte. Bei Vienna fungierte
 er als gerichtlich bestellter Sanierungsverwalter.