Autoindustrie

Daimler will seine Zulieferer zur Klimaneutralität zwingen

Daimler will seine eigenen Fabriken bis 2022 klimaneutral machen und dabei auch Geld für Ausgleich zahlen. Konzernchef Källenius kündigt jetzt an, Klimaneutralität werde auch bei Zulieferern ein Vergabekriterium sein. Trotzdem dürfte Daimler mit den Klimazielen der EU noch Probleme bekommen.

Der deutsche Autobauer Daimler will seine Zulieferer zu einer klimaneutralen Produktion bewegen. "Das wird zu einem Vergabekriterium", sagte Daimler-Chef Ola Källenius auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. Er habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass viele Partner das Thema bereits erkannt hätten und gut unterwegs seien.

Industrie bietet Elektroautos - aber die Kunden wollen sie nicht

Daimler selbst will seine eigenen Fabriken bis 2022 klimaneutral machen, wobei ein Teil der CO2-Emissionen auch mit Ausgleichszahlungen kompensiert werden soll.

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Källenius schloss nicht aus, dass sein Konzern die strengen EU-Vorgaben zur Emission der Fahrzeugflotte im Jahr 2021 verfehlen könnte. Man habe zwar die richtigen Elektro-Fahrzeuge im Angebot, wisse aber nicht, was die Kunden tatsächlich wünschten. Eine Verfehlung des CO2-Ziele könne er daher nicht ausschließen. Daimler werde aber auf jeden Fall wirtschaftlich rational handeln. Der Konzern plant den weiteren Aufbau von Batteriewerken in China, den USA und in Deutschland.

Inklusive der Kleinwagenmarke Smart liegt Daimler im Pkw-Verkauf bis Ende August mit 1,58 Millionen Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr ein Prozent im Minus. Man werde 2019 aber im Plus abschließen, erklärte Källenius.

Von der IAA 2019:
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Klimaziele sind für Daimler sehr schwer zu erreichen - trotz Elektroautos

Daimler bangt trotz neuer Elektroautos weiter um das Erreichen der Klimaschutzziele in Europa. Die Pkw-Tochter Mercedes-Benz könne mit ihrem Angebot an rein elektrischen Modellen und Hybridwagen die Ziele zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes zwar erreichen, erklärte der Daimler-Chef. Doch könne man den Kunden nicht vorschreiben, was sie kaufen. "Die Jahre 2020 und 21 stellen eine erhebliche Herausforderung dar", sagte Källenius.

"Mit dieser Unsicherheit, was im Markt passiert, können wir nicht ausschließen, dass wir da nicht konform sind mit den Zielen." Im nächsten Schritt der EU-Klimaschutzvorschriften für die Autoindustrie soll der CO2-Ausstoß im Schnitt auf 95 Gramm je Kilometer gesenkt werden.

"Europa hat die weltweit schärfsten Klimaschutzziele für die Autoindustrie"

Die massive Kritik von Umweltverbänden an der Autoindustrie wird nach Einschätzung von Källenius nicht zu noch härteren CO2-Vorschriften oder gar einem festen Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren führen. Europa habe die schärfsten Klimaschutzziele für die Branche weltweit. "Wir gehen davon aus, dass das erstmal steht." (dpa/apa/red)

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