Autoindustrie

Daimler: Ohne China ist immer weniger möglich

Der deutsche Premiumhersteller erwartet in den nächsten zehn Jahren das stärkste Wachstum in China und kooperiert dort immer enger mit chinesischen Autobauern. Auch aktuell erholt sich von der globalen Krise ausgerechnet jenes Land am schnellsten, von dem aus sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat.

Der deutsche Autobauer Daimler setzt in den kommenden Jahren weiter auf ein starkes Wachstum des chinesischen Marktes und will dort die Kooperation mit seinen Partnerunternehmen ausbauen. Die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Joint-Venture-Partner Beijing Automotive (BAIC) aus Peking sei sehr erfolgreich, sagte Konzernchef Ola Källeniusabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV).

"Die Partnerschaft entwickeln wir weiter ohne Wenn und Aber. Wir glauben auch, dass in den nächsten zehn Jahren absolut gesehen, das größte Wachstumspotenzial in China ist." Daimler und BAIC bauen in ihrem Gemeinschaftsunternehmen BBAC seit 2005 Mercedes-Modelle für den chinesischen Markt.

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Auch mit Geely, dem chinesische Automobilhersteller von Daimlers größtem Aktionär Li Shufu, könnte der Autobauer weitere Gemeinschaftsprojekte neben dem Joint-Venture für Entwicklung und Produktion des Kleinwagens Smart angehen. "Geely ist ein technisch starkes Unternehmen mit visionärer Führung. Da können wir uns vorstellen, mehr zu machen", sagte Källenius. Geely-Eigner Li Shufu hält seit zwei Jahren knapp zehn Prozent an Daimler, BAIC gehören fünf Prozent. In der Vergangenheit hatten Insider erklärt, BAIC wolle seine Beteiligung aufstocken. Daimler wiederum wurde Interesse nachgesagt, eine Mehrheit von 75 Prozent an BBAC anzustreben.

Bestätigt sieht sich Källenius auch durch die Entwicklung in der Volksrepublik nach der ersten Coronawelle. "China kam sehr schnell zurück. Seit Mai sind wir in China wieder in gutem Wachstum, in zweistelligem Wachstum." Das Luxussegment habe sich in China am schnellsten erholt. "Das hält an", sagte der Schwede, der seit Mai 2019 den Stuttgarter Konzern führt. In China liege der Mercedes-Absatz schon wieder über Vorjahr, in Europa und den USA noch darunter. Der Großhandelsabsatz der Marke mit dem Stern war im Oktober um 4,8 Prozent gesunken gegenüber dem Vorjahresmonat auf knapp 196.000 Fahrzeuge.

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Die derzeitige Entwicklung der Coronakrise verfolge das Management ganz genau, betonte der 51-Jährige. Daimler habe im ersten Halbjahr viel gelernt. Noch seien die Händler und die Zulassungsstellen offen. "Das ist ganz wichtig. Im ersten Lockdown hatte in vielen Märkten und Ländern der Handel komplett zugemacht. Die Zulassungsstellen waren auch zu."

Der Daimler-Chef bekräftigte, dass er die Kosten weiter senken wolle. Das Personal sei dabei ein Faktor von mehreren. Zahlen für einen Jobabbau wolle er nicht nennen. Richtig sei aber, dass Daimler auch im Management kürzen wolle. "Wir schauen uns die Managementstrukturen an. Wir haben als Ziel, bis Ende 2022 mindestens zehn Prozent schlanker zu werden." (reuters/apa/red)