Abgasskandal

Daimler-Chef benennt Probleme mit der Nachrüstung von Dieselautos

Die Nachrüstung der Dieselfahrzeuge werde Jahre dauern und den Verbrauch steigern, so Dieter Zetsche. Die Umtauschprämie bei Autos von Mercedes-Benz sei bisher von einer vierstelligen Zahl von Kunden genutzt worden - viele Kunden lehnen die Nachrüstung ganz ab.

Die in den deutschen Koalitionsverhandlungen diskutierte Hardware-Nachrüstung von Diesel-Autos bedeutet nach den Worten von Daimler-Chef Dieter Zetsche viel Aufwand und rechtliche Probleme. Die Entwicklung und Erprobung von solchen Lösungen dauere zwei bis drei Jahre, sagte er in Stuttgart.

"Verbrauchswerte steigen, Leistungswerte sinken"

"Wir können ganz sicher davon ausgehen, dass dabei die Verbrauchswerte steigen und die Leistungswerte sinken würden." Zudem müssten die Diesel-Pkw in Tausenden von Werkstätten umgebaut werden von Technikern, die dazu womöglich nicht in der Lage wären. Dies führe zu Schwierigkeiten mit Haftung und Gewährleistung. Eine Vielzahl von Kunden lehne die Nachrüstung deshalb ab.

Andererseits habe sich die Luftbelastung mit Stickoxiden in den Städten zuletzt verbessert. Daimler sehe so wie die anderen Autobauer deshalb die Lösung im Austausch alter Fahrzeuge durch neue, sauberere Diesel. Die Umtauschprämie nutzte bei Mercedes-Benz bisher allerdings erst eine hohe vierstellige Zahl von Kunden.

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Umweltbundesamt: Erneuerung der Software reicht nicht aus

Das Umweltbundesamt forderte unterdessen, Diesel-Motoren mit Katalysatoren nachzurüsten, um die Luftbelastung in den Städten zu senken. Denn die vom Diesel-Gipfel im vergangenen Jahr vereinbarten Software-Updates und Umtauschprämien reichten offensichtlich nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. Eine Nachrüstung war auch bei den Regierungssondierungen von CDU/CSU und SPD als Ziel genannt worden.

Steuerbeihilfen auf Diesel: Zetsche gegen VW-Chef Müller

Zetsche sprach sich dagegen aus, die niedrigere Steuer auf Diesel abzuschaffen, was Volkswagen-Chef Matthias Müller ins Gespräch gebracht hatte. Die Kunden bezahlten schließlich für einen Diesel mehr als für einen Benziner, weil es auf der anderen Seite Ersparnis beim Kraftstoffverbrauch und dessen Besteuerung gebe. "Im Nachhinein die Rahmenbedingung zu verändern, ist aus dieser Sicht nicht empfehlenswert." (reuters/apa/red)

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