Autohandel

Daimler-Chef: Automarkt wird sich 2021 wieder normalisieren

Der Automarkt wird sich nach Einschätzung von Daimler-Chef Ola Källenius im kommenden Jahr vom Einbruch in der Coronakrise erholen. Trotzdem könnte Daimler in Zukunft 100.000 oder 200.000 Autos pro Jahr weniger verkaufen.

Der Automarkt wird sich nach Einschätzung von Daimler-Chef Ola Källenius im kommenden Jahr vom Einbruch in der Coronakrise erholen. "Ich erwarte, dass der Markt auf ein normales Niveau auf Jahresbasis zurückkehrt 2021", sagte Källenius. Daimlers Pkw-Marke Mercedes-Benz werde trotz der stärkeren Konzentration auf profitable Modelle beim Jahresabsatz nicht unter die Marke von zwei Millionen Fahrzeugen rutschen.

Im vergangenen Jahr lag der Absatz bei 2,3 Millionen Pkw. Künftig könnten 100.000 oder 200.000 Autos, welche die Rendite nur verwässerten, weniger verkauft werden, erklärte der Konzern-Chef. Die angekündigten Kostensenkungsziele von mehr als 20 Prozent bedeuteten keinen entsprechenden Beschäftigungsabbau von 300.000 auf weniger als 250.000 Arbeitnehmer.

Mit Blick auf die Vorschriften zur Reduktion des CO2-Ausstoßes in Europa sagte Källenius, in diesem Jahr sei Mercedes in Schlagweite seines Ziels. "Meine Zuversicht wächst Tag für Tag", ergänzte er. Doch 2020 wie auch die Zielmarke für 2021 blieben eine große Herausforderung. Damit die Wende zu klimafreundlichen Elektroautos gelinge, müsse es nicht nur die E-Autos geben, sondern auch eine ausreichende Ladeinfrastruktur von Nordschweden bis Süditalien und genug Strom aus erneuerbaren Energiequellen. "Über die Autos mache ich mir die geringsten Sorgen", sagte Källenius.

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Partnerschaft mit Renault-Nissan wird pragmatisch fortgesetzt

Zu den Kooperationen mit anderen Autobauern sagte der Daimler-Chef, die Partnerschaft mit Renault-Nissan werde pragmatisch fortgesetzt. Mit dem britischen Hersteller Aston Martin gehe die Technologiezusammenarbeit weiter, aber Daimler wolle nicht als Teilhaber die Kontrolle übernehmen.

Die Mobilitätsdienstleistungen, die Daimler mit BMW gemeinsam in einem Joint Venture anbietet, müssen nach Worten von Finanzchef Harald Wilhelm profitabel werden, um auf eigenen Beinen zu stehen. Für einen Börsengang der Lkw-Tochter Daimler Trucks & Buses gebe es keine Pläne, bekräftigte Källenius. (reuters/apa/red)