Lieferketten

Coronavirus: Massive Störungen der Lieferketten ab April erwartet

In den nächsten zwei bis drei Monaten rollen auf die Industrie massive Störuingen wegen unterbrochener Lieferketten zu, sagt ein Unternehmensberater von Boston Consulting.

Das Coronavirus hat die Lieferketten zwischen China und der restlichen Welt erschüttert. "Dies wird in den nächsten zwei bis drei Monaten massiv auf die produzierende Wirtschaft einwirken", sagte Nikolaus Lang, Industrie- und Autoexperte beim Unternehmensberater Boston Consulting, zur APA.

"Von der Unterbrechung der Lieferketten sind vor allem die Automobil-, Computer- und Elektroindustrie sowie die Bekleidungsbranche betroffen", so der Münchner Berater. Die Warenlieferungen aus China per Containerschiff brauchen bis zu sechs Wochen, dann müssen die Waren noch durch den Zoll. Viele Unternehmen verfügen über ein Zwischenlager für zwei Wochen. Im April könnte es dann zu größeren Problemen kommen, weil Produkte aus China fehlen, erwartet der Industrieexperte.

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Wie dramatisch das Coronavirus für die europäische Autoindustrie ist, kann man nach Ansicht von Lang derzeit noch nicht quantifizieren. Einerseits treffe der dramatische Neuwagenverkaufseinbruch in China die Autoproduzenten in Europa, etwa BMW, Daimler und VW. Andererseits könnten durch fehlende Produkte und Bauteile aus China möglicherweise bei den europäischen Autoherstellern bestimmte Pkw-Ausstattungen nicht vom Band laufen.

Am Hamburger Hafen sind derzeit noch keine Änderungen bei den ein-und ausgehenden Waren zu bemerken. "In vier bis acht Wochen werden wir Rückgänge spüren", sagte Alexander Till, Repräsentant des Hamburger Hafens in Österreich, dem "Kurier". Till erwartet dann um 50 Prozent weniger ankommende Schiffsladungen als normal üblich. Am stärksten betroffen werden nach seiner Ansicht die Pharmabranche, die Elektro-, Auto- und Luftfahrtindustrie sein. (apa/red)

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