Coronavirus

Coronavirus: Italiens Industrie fordert Hilfe vom Staat

Italien ist einer der fünf wichtigsten Handelspartner Österreich - und derzeit von den befürchteten Auswirkungen des Coronavirus besonders betroffen. Der italienische Industrieverband Confindustria hält eine Rezession für möglich und fordert von Rom Geld für die am stärksten gefährdeten Branchen.

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Im Bild ein Werk des Bahnindustriekonzerns Alstom in Savigliano in Italien. Alstom verhandelt gerade über eine Fusion mit Bombardier. Zuletzt dazu hier: https://industriemagazin.at/a/milliardengebot-alstom-will-mit-bombardier-neuen-bahnriesen-schmieden

Der italienische Industriellenverband Confindustria macht auf die Regierung Conte Druck, damit Stützungsmaßnahmen zugunsten der von dem Coronavirus-Notstand am stärksten betroffenen Wirtschaftsbereiche ergriffen werden. Befürchtet wird, dass Italien in die Rezession schlittern könnte, sollte die Viruskrise länger anhalten.

"Wir erwarten uns von der Regierung Maßnahmen unter anderem zugunsten der Tourismus- und Messebranche, der Logistik und des Kulturbereichs", sagte Confindustria-Generaldirektorin Marcella Panucci bei einem Treffen mit Industrieminister Stefano Patuanelli in Rom. In der jetzigen Lage sei es schwierig, den Umfang der Auswirkungen zu schätzen. Vieles hänge von der Dauer der Maßnahmen zur Eingrenzung der Infektion ab. Von der Regierung erwarten sich die Industriellen eine "rasche Reaktion", sagte Panucci laut Medienangaben.

Zu den am stärksten betroffenen Branchen zählt der Messesektor. Die vom 21. bis 26. April geplante Mailänder Möbelmesse, zu der 2.200 Aussteller, darunter mehrere Österreicher, erwartet waren, wurde auf Juni verschoben. Zuvor war bereits die Mailänder Brillenmesse MIDO, die diese Woche geplant war, auf Mai verschoben worden.

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Besonders besorgt sind die Touristiker. "Die Touristikbranche macht 13 Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts und 14,7 Prozent der Beschäftigung im Land aus. Ein beträchtlicher Rückgang bei der touristischen Nachfrage hätte gravierende Auswirkungen für die Wirtschaft", warnten die Verbände Federturismo Confindustria und Confindustria Alberghi.

Der Präsident des Handelsverbands Confcommercio, Carlo Sangalli, warnte, dass die Epidemie in Norditalien vor allem die Gastronomie und Lokale treffen könnte. In den Mailänder Hotels sei ein starker Rückgang der Besucherzahlen gemeldet worden.

Die Regierung will indes eine Verordnung erlassen, um Home-Office zu erleichtern. Damit sollen Arbeitnehmer verstärkt zu Hause arbeiten können, was die Verbreitung der Infektion reduzieren könnte. (apa/red)