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Coronavirus - Airbus-Zulieferer FACC "für alle Szenarien gerüstet"

In Reaktion auf das Coronavirus hat Airbus den Bau von Flugzeugen in China gestoppt. Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferkonzern FACC sieht sich hingegen für alle Szenarien gerüstet: "Wir haben für Notfälle vorgesorgt, was Lager- und Produktionskapazitäten betrifft."

Die A320-Endmontagelinie im chinesischen Airbus-Werk Tianjin wurde vorerst geschlossen. "Unsere Produktionskapazitäten in China sind derzeit nicht beeinträchtigt - wir müssen die Situation in den nächsten Wochen beobachten", so Unternehmenssprecher Andreas Perotti gegenüber der APA. Die FACC habe weltweit alternative Produktionskapazitäten.

"Man kann ja umschichten - wenn die Fertigung in China nicht möglich ist, dann kann man das mit anderen Produktionspartnern in andern Ländern - auch in Österreich - über ein paar Wochen gut abfangen", erklärte der Konzernsprecher. "Wir haben sehr viele Kapazitäten mit vielen Partnern in vielen Ländern."

Zöge sich das Problem über mehrere Monate, dann hätte dies einen "Impact auf die gesamte Branche". Medienberichten zufolge soll der Höhepunkt der Coronavirus-Infektionen in zwei Wochen erreicht sein. "Wir überprüfen laufend die Situation", betonte Perotti. Das Unternehmen sei auch ständig in Kontakt mit dem österreichischen Außenministerium.

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Der Anteil der betroffenen Produktion in China am Gesamtproduktionsvolumen der FACC bewege sich "im niedrigen einstelligen Prozentbereich". "Unsere Produkte, die normalerweise ans Werk in Tianjin gehen, werden nach Toulouse und Hamburg geliefert", umriss er die aktuellen Alternativen.

Beim chinesischen FACC-Produktionspartner Fesher, einer Tochter des Flugzeugbauers Aviation Industry Corporation of China (AVIC), "ist geplant, dass wir die Produktion nächste Woche wieder starten", berichtete Perotti. Die Feiertage nach dem chinesischen Neujahrsfest, das heuer auf den 25. Jänner fiel, werden bis nächste Woche verlängert.

Auch für die FACC-Mitarbeiter sei gesorgt. "Wir haben Dienstreisen aus und nach China ausgesetzt bzw. gestoppt", sagte der Unternehmenssprecher zum aktuellen Stand. In China seien nur 40 Arbeitnehmer direkt für die FACC tätig, der Rest sei via Kooperationspartner beschäftigt. Zehn Arbeitnehmer vom FACC-Personal seien aus Österreich entsendet. Diese waren wegen der chinesischen Neujahrsfeiertage beim Ausbruch der Epidemie gerade nicht vor Ort. "Wir stellen ihnen frei, ob sie nach China zurück wollen oder alternativ eingesetzt werden wollen."

Mehrheitseigentümer des Luftfahrtkonzerns FACC mit Sitz in Ried im Innkreis ist die 100-prozentige AVIC-Tochter AVIC Cabin Systems Co., Limited mit einem Anteil von 55,5 Prozent. Die restlichen Unternehmensanteile (44,5 Prozent) befinden sich im Streubesitz. (apa)

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