Corona-Strategien

Corona-Reisetagebuch der Industrie: „Beinahe wie ein Coming Home“

Wie erleben heimische Industriemanager den Abbau der Reiserestriktionen? Wo geht die erste größere Geschäftsreise hin? INDUSTRIEMAGAZIN hörte sich um.

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Rainer Ostermann, Geschäftsführer Festo Österreich, hielt am 15. Juni seine Eindrücke  auf dem Flug von Altenrhein nach Wien fest.

Zum ersten Mal seit Langem geht’s über die Grenze in die Schweiz, um Richtung Festo in Wien abzuheben. Als gebürtiger Vorarlberger ist der Flughafen Altenrhein für mich die schnellste Anbindung. Die Maske und eine kleines Fläschchen mit Desinfektionsmittel waren natürlich dabei.

Als Kenner der Strecke sieht man schon beim Check-in, dass der Flieger höchstens halb voll sein kann. Und so war es dann auch. Der Platz neben mir blieb also erwartungsgemäß leer, wie viele andere auch.
Der Flug selbst war bis auf die maskierten Mitflieger unspektakulär aber mit tollem Ausblick wie immer.
Die Ankunft in Wien machte die Tragweite von Corona spürbar. Alles leer – totale Stille!

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Es hatte etwas Futuristisches. Kontrolliert wurden wir mehrfach – gleich nachdem der Flieger andockte, waren da 6 bis 8 Polizisten, die die Einreise formell überwachten und später in der Gepäckhalle, wo zwei Herren vom Bundesheer beim Durchlaufen mittels Kameras unsere Körpertemperatur erfassten. Außer den Passagieren aus meinem Flugzeug waren keine Menschen in den Hallen.
Der Taxifahrer erzählt mir, dass er 110 Tage lang nicht gearbeitet hat und ich sein erster Kunde seither bin. Nach etwa einer Stunde sind wir angekommen. Ein gutes Gefühl – ein bisschen wie ein „Coming home“.

Wolfgang Maurer, Geschäftsführer Endress+Hauser Österreich, freut sich, mit seiner Vertriebsmannschaft wieder umfassendere Kundentermine in Angriff nehmen zu können.

Endress+Hauser © Endress+Hauser

Endress+Hauser Österreich ist für Vertrieb und Service im österreichischen Markt zuständig. Wir beschäftigen 15 Servicetechniker, die österreichweit die Kunden betreuen und dies auch während der Coronakrise getan haben. Selbstverständlich unter Einhaltung aller Gesundheitsvorkehrungen. Kundenbesuche haben wir bis jetzt nur wenige durchgeführt und durch Telefonate und Online Meetings ersetzt, was sehr gut funktioniert hat. Die Grenzöffnung hat daher keine Auswirkung auf uns, die derzeit gute Entwicklung bei den Ansteckungen werden wir jedoch nutzen, um ab sofort wieder Kunden zu besuchen. Online Meetings waren eine gute Alternative, aber der persönliche Kontakt zu unseren Kunden ist damit nicht zu ersetzen. Auch ich werde wieder mit unseren Vertrieb aktiv zu unseren Kunden gehen und ich freue mich schon darauf. Internationale Business-Reisen hab ich derzeit keine geplant.

Den Sommerurlaub werde ich auf jeden Fall in Österreich verbringen, hier gibt es viel zu sehen und ich halte es in dieser Situation für vernünftiger. Die derzeitige Entwicklung ist zwar gut, aber ich denke, dass wir weiterhin vorsichtig sein sollten. Wie unser CEO der Endress+Hauser Gruppe gesagt hat: „Besser zu früh zu viel, als zu spät zu wenig“.

Erich Schober, CEO Kuka CEE, startete die beruflichen Reiseaktivitäten im Juni - mit vorerst maximal zwei Tagen Aufenthalt am Zielort.

Schober, Kuka © Kuka

Die Grenzöffnungen waren für uns sehr erfreuliche Nachrichten. Die letzten Monate waren geprägt von zahlreichen Videokonferenzen – aber der persönliche Kontakt ist nicht ersetzbar. So werden wir mit Reisen in die Schweiz, nach Tschechien und Ungarn starten. Abwartend sind wir mit der Türkei und aktuell auch noch mit Polen. Die Situation kann sich aber rasch ändern und man muss sie laufend beobachten und neu bewerten.

Effizienz steht bei den Reisen ganz oben, so starteten wir pro Land im Juni mit vorerst maximal zwei Tagen Aufenthalt. Ich freue mich, unsere Zweigstellen und Kunden wieder verstärkt besuchen zu können und tue dies mit keinem schlechten Gefühl. Ich habe vollstes Vertrauen in die lokalen Maßnahmen der einzelnen Länder.

Privat? Wie auch in den letzten Jahren steht für mich ein Sommerurlaub in Österreich am Programm.

Christoph Kränkl, Geschäftsführer SAP Österreich, führte seine erste Geschäftsreise in die Coding-Szene.

Christoph, Kränkl, SAP © SAP/Florian Schulte

Die erste geschäftliche Reise führte mich Anfang Juni nach Linz zur Präsentation der SAP ERP Masterclass Ausbildung gemeinsam mit (der Linzer Coding-Schule, Anm.) Coders.Bay.

Privat plane ich, im Sommer alle österreichischen Nationalparks zu besuchen, zuletzt stand bereits der Nationalpark Neusiedlersee am Programm. Urlaub in Österreich ist angesagt, und es gilt die unterschiedlichen Regionen Österreichs im Rahmen von Wanderungen durch die Nationalparks zu entdecken.

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