Verpackungs-Konzern

Constantia Flexibles wächst

Constantia Flexibles legt ein starkes Geschäftsjahr 2014 hin. Der Konzern verdaute mehrere Akquisitionen, hat seit kurzem einen neuen Mehrheitseigentümer und peilt ein weiteres Rekordjahr an.

Constantia Flexibles Thomas Unger

Das Wiener Headquarter von Constantia Flexibles: "Ohne Wachstum können wir keine strategische Entwicklung durchmachen."

„2014 war ein zentrales Jahr“, sagt Thomas Unger, der CEO von Constantia Flexibles, „wir haben für alles Weitere die Basis geschaffen.“ Wohl ein wenig mehr als das: Um 4,8 Prozent stieg der Umsatz des österreichischen Spezialisten für flexible Verpackungen und Etiketten, auf rund 1,7 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte, wäre es sogar ein Plus von 6 Prozent gewesen.

Das Ebitda stieg im Jahresvergleich um 9,2 Prozent auf 255,5 Millionen Euro, die Ebitda-Marge erreichte 14,9 Prozent. Der Mitarbeiterstand blieb mit knapp 8.100 nahezu unverändert.

Wachsen mit Wendel

Das Hauptereignis der jüngsten Zeit ist aber wohl der Eigentümerwechsel. Im März 2015 übernahm die französische Wendel-Gruppe mit 73 Prozent der Anteile die Mehrheit an Constantia Flexibles. Die Beteiligungsgesellschaft hat, anders als viele andere, „einen Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren“, wie Thomas Unger betont: „Wendel unterstützt uns bei unserem Grundsatz, dass wir ohne Wachstum keine strategische Entwicklung durchmachen können. Wir haben ein Commitment, dass uns Wendel bei intelligenten Akquisitionen auch unterstützen wird.“

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Akquisitionen, die dem Konzern auch zuletzt gut getan haben. Die drei 2013 zugekauften Unternehmen Globalpack, Spear Group und Parikh Packaging konnten im Vorjahr mit Wachstumsraten zwischen 2 und 17 Prozent offensichtlich erfolgreich integriert werden. Ob weitere Zukäufe noch unter der Ägide von Thomas Unger erfolgen werden – der Constantia Flexibles mit Jahresende verlassen wird –, kann er selbst nicht beantworten, doch „es würde mich natürlich freuen, meinem Nachfolger noch das Eine oder Andere zu hinterlassen“.

Für das laufende Jahr erwarten die Konzernchefs Investitionen und eventuelle Akquisitionen vor allem in den Amerikas, in Afrika und Asien. Speziell Subsahara-Afrika, meint Unger, sei „trotz aller Probleme nach wie vor einer der großen Wachstumsmärkte der kommenden zehn Jahre“.

Eines geht noch

Und auch die demografischen Entwicklungen scheinen Constantia Flexibles tendenziell in die Hände zu spielen. In Europa weisen sowohl die älter werdende Bevölkerung als auch die anhaltende Tendenz zu Single-Haushalten in Richtung Wachstum, sprich: mehr Verpackungen im Pharma- und im Food-Bereich. Und die Mittelschicht, die sich in den Emerging Markets bildet, bedeutet auch eine Hinwendung von Produzenten zu Konsumenten von Nahrungsmitteln. „Die vier Geschäftsjahre, die ich abgeschlossen habe, waren allesamt Rekordjahre“, meint Thomas Unger, "und ich habe ehrlich gesagt schon Lust, noch ein fünftes draufzulegen.“