Episode 22

Christian Knill: „Ich bin zuversichtlich, 2020 hinter uns lassen zu können“

Der Chef der Weizer Knill Gruppe und Obmann der Metalltechnischen Industrie sieht Anzeichen einer ersten Erholung im Maschinenbau. Welche Exportmärkte jetzt anspringen, warum die Verlängerung der Antragsfrist für die Investitionsprämie eine gute Nachricht ist und und warum er die weltweite Lockerung der Reisebestimmungen herbeisehnt, erzählt er im IM-Podcast.

Im Vorjahr musste die Branche Federn lassen: Um 17,5 Prozent ging die Produktionsleistung in der Metalltechnischen Industrie 2020 zurück, trotz der ausgiebigen Nutzung des Instruments Kurzarbeit reduzierte sich der Personalstand um etwa 5.000 Beschäftigte auf 132.000. Nun kann Christian Knill, Chef der Knill Gruppe und Obmann des Fachverbands FMTI, von einer ersten Stimmungsaufhellung berichten: Die Auftrageingänge nehmen zu Jahresbeginn zu, zudem rechnet die Gesamtbranche für heuer mehrheitlich (55 Prozent) nicht mehr wie bisher nur mit einer Stabilisierung auf dem Vorjahresniveau, sondern aktuell mit Wachstum (plus 2,7 Prozent), wie aus der jüngsten Blitzbefragung der Mitglieder des Branchenverbands hervorgeht. Vor allem Maschinenbauer werden - noch vor den Metallverarbeitern - "in den ersten Monaten Wachstumsimpulse erfahren", sagt Knill in der aktuellen Ausgabe des Podcast des INDUSTRIEMAGAZIN.

Investitionsprämie wirkt stimulierend

Wichtige Signale kommen aus China, auch der Ausblick von wichtigen Maschinenbaunationen wie Italien oder Japan "beflügelt", sagt Knill. Ebenfalls positiv: Der deutsche Schwesterverband VDMA rechnet mit einem Wachstum für 2021 um sieben Prozent, in den USA prognostiziert Oxford Economics knapp sechs Prozent Plus.

Eine gute Nachricht für die Unternehmen der Branche sei zudem die nun beschlossene Verlängerung der Antragsfrist für die Investitionsprämie bis Mai - dies wirke hochgradig "stimulierend", so Knill. Er begrüße jede Maßnahme der Politik, die jetzt hilft, "effektiv Eigenkapital zu stärken", so der Maschinenbauer.

>> Aktuell zu Knill: Knill Gruppe kündigt Investitionen in der Energiesparte an

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Impfung bringt Normalisierung

Zuversichtlich ist Knill, dass die Corona-Schutzimpfung zu einer Normalisierung der Wirtschaft beitragen werde. "Wieder zu Lieferanten und Kunden reisen zu können, wird das geschäftliche Miteinander erleichtern", sagt er. Bis dahin bräuchte es eine Lockerung der Reisebeschränkungen: "Die eingeschränkte Reisetätigkeit ist für manche Unternehmen aktuell ein schwerwiegenderes Problem als der Auftragsstand", so Knill.

Mit der neuen US-Regierung hofft Knill auf eine Beruhigung des Handelsstreits mit China. Auch die Rückkehr zum Pariser Klimaabkommen sieht Knill positiv.

Der Podcast des Industriemagazins wird von Michaela Capelli, Michaela Holy, Rudolf Loidl und Daniel Pohselt produziert. Unser Podcast lässt sich über SoundcloudSpotifyGoogle Podcast und Apple Podcast abonnieren. Wir freuen uns über Kritik und Anregungen. Bitte an podcast@industriemagazin.at.