Personalia

Christian Kern arbeitet jetzt für die Firma seiner Frau

Der ehemalige Bundeskanzler arbeitet in Zukunft für die Firma Blue Minds, die zu einem Drittel seiner Ehefrau Eveline Steinberger-Kern und ihm gehört. Außerdem übernimmt Kern bei einer Beteiligung dieser Firma den Vorsitz und wird deshalb "den größeren Teil" seiner Zeit in Israel verbringen.

Der frühere Bundeskanzler und Ex-SPÖ-Chef Christian Kern steigt in die Blue-Minds-Gruppe seiner Ehefrau Eveline Steinberger-Kern ein, berichtet der "trend". Die Gruppe entwickelt Businessmodelle für die digitale Transformation der Industrie mit Schwerpunkt Energiesysteme und Clean Tech. Kern, seine Frau und Ex-Verbund-Manager Bernhard Raberger halten nun je ein Drittel, so das Magazin.

"Ich werde den größeren Teil meiner Zeit in Israel verbringen"

"Großkonzerne kenne ich", wird Kern zitiert, der vor seinem Wechsel in die Regierung 2016 mehrere Jahre im Vorstand des zu 51 Prozent der Republik gehörenden Verbund-Stromkonzerns saß und später zum Chef des staatlichen Bahnkonzerns ÖBB avancierte: "Nun will ich was Eigenes machen."

Kern wird dem Bericht zufolge Chairman der Blue-Minds-Beteiligung Fsight in Tel Aviv, die eine auf Blockchain basierende Technologie zur Stromvermarktung entwickelt hat. Das Produkt sei "sehr weit", jetzt gehe man ins internationale Marketing. "Ich werde den größeren Teil meiner Zeit in Israel verbringen."

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Fsight hat laut eigener Homepage auch einen Standort in Wien-Neubau in der Siebensterngasse. Raberger arbeitet schon seit mehreren Jahren in der Blue-Minds-Gruppe - beim Verbund war er sieben Jahre im Vorstand der damaligen türkischen Beteiligung Enerjisa tätig gewesen, die der Stromkonzern später im Zuge eines Austauschs von Beteiligungen an den deutschen Energiekonzern Eon verkauft hat.

Eveline, Steinberger-Kern © Daniel Shaked Photography

Eveline Steinberger-Kern hat die Firma Blue Minds gegründet.

Die drei Felder im Geschäftsmodell von Blue Minds

Blue Minds, von Steinberger-Kern gegründet, investierte bis dato 25 Mio. Euro in Start-ups und richtet den Fokus auch auf Deutschland, Frankreich, die Türkei und China, heißt es im Magazinbericht.

Neben Investments in Tech-Firmen nennt Kern Services für die Auslagerung von Innovationsprozessen durch Konzerne als zweites Standbein. Dritte Säule würden Beteiligungen an klassischen Stromerzeugern sein. So könnte Blue Minds an Kraftwerksprivatisierungen in Israel und der Türkei teilnehmen, heißt es.

"Politikberatung im klassischen Sinn" werde er "keine machen", versichert der Ex-Kanzler. (apa/red)

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