Halbleiterhersteller

Chipmangel erhöht Nachfrage Applied Materials

Die Nachfrage nach Elektrogeräten lässt den Chip-Boom weiter wachsen. Wie der amerikanische Zuflieferer Applied Materials die aktuelle Auftragslage meistert.

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Beim US-Chipzulieferer Applied Materials brummen die Geschäfte dank der starken Nachfrage nach Elektronikgeräten in der Coronapandemie. Im dritten Geschäftsquartal bis 1. August konnte der US-Konzern den Nettogewinn binnen Jahresfrist auf 1,72 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro) mehr als verdoppeln. Der Umsatz stieg um 41 Prozent auf 6,2 Mrd. Dollar.

Für das vierte Quartal sagt das Management zudem einen Umsatz von 6,33 Mrd. Dollar - plus oder minus 250 Mio. Dollar - voraus und liegt damit über den Analystenerwartungen. Das Unternehmen profitiert dabei in der Pandemie von der wachsenden Nachfrage etwa nach Laptops, PC und Spielkonsolen, in denen Speicherchips zum Einsatz kommen. Zudem sorgt der globale Chipmangel dafür, dass die Halbleiter-Hersteller kräftig Anlagen und Geräte für eine verstärkte Produktion einkaufen.

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Nachfrage in Europa in Automobilbranche immer stärker

Für eine reibungslose Autoproduktion müssen aus Sicht der deutschen Hersteller mehr wichtige Bauteile vor Ort produziert werden. "Wir brauchen heimische Chipfabriken", forderte Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, in der "Thüringer Allgemeinen". Deutschland und Europa müssten Rohstoffsicherheit anders denken. Dazu gehörten auch neue Handelsabkommen und eine aktivere Außenpolitik.

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"Es stehen bereits Bänder still, weil Bauteile fehlen", sagte Müller. "Ich rechne nicht mit einer Verschlechterung der Lage, aber die Situation ist schwierig, wir sind abhängig vom Weltmarkt." Die Hersteller können nach Branchenangaben die hohen Auftragsbestände nicht zeitig abarbeiten, weil nach wie vor Halbleiter für die Fahrzeuge fehlen.


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