Halbleiter

Chiphersteller AMS erwartet "signifikante" Unterauslastung

Probleme bei Apple wirken sich auf den Ausblick von AMS und der ganzen Branche aus: Der steirische Chiphersteller erwartet für das zweite Quartal eine signifikante Unterauslastung seiner Kapazitäten.

Die Aktien des steirischen Chipherstellers AMS AG sind am Dienstag nach Zahlen und einem schwachen Ausblick eingebrochen. Sie büßten im frühen Handel an der Börse in Zürich 9,43 Prozent auf 86,60 Franken (72,52 Euro) ein und fielen zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende Jänner.

"Signifikante Kapazitätsunterauslastung"

Die AMS AG erwartet für das zweite Quartal eine signifikante Kapazitätsunterauslastung aufgrund von Produktüberleitungen bei umfangreichen Smartphone-Progammen. Diese werde zu einer negativen bereinigten operativen Ergebnismarge von 20 bis 25 Prozent führen, warnte AMS.

Die durch den AMS-Ausblick untermauerten jüngsten Sorgen um die Nachfrage beim wichtigen Branchenkunden Apple wirkten sich auch in Frankfurt negativ auf die Chipwerte im Technologiesektor aus.

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Weil Dialog im TecDax stark mit Apple in Verbindung gebracht werden, setzten die Aktien ihre jüngste Talfahrt mit fast 5 Prozent Minus fort. Ähnlich deutlich auf Talfahrt begaben sich auch der Anlagenbauer Aixtron und der Waferhersteller Siltronic.

Analysten sehen Entwicklung unterschiedlich

"Überraschend negativ und deutlich unter den Erwartungen" ist laut Erste-Group-Analyst Daniel Lion der gestern Abend veröffentlichte Ausblick des steirischen Halbleiterspezialisten AMS AG ausgefallen. Vor allem für die Jahreserwartungen 2018 stelle sich die Frage, ob diese nun überhaupt erreicht werden können, sagte Lion am Dienstag im APA-Gespräch.

Das Geschäftsmodell von AMS werde durch den schwachen Ausblick für das zweite Quartal nicht infrage gestellt. "Es herrscht halt Unsicherheit, ob das Ziel erreicht wird und ob die generellen Markterwartungen reduziert werden müssen", meint Lion.

Umstellungen im Markt für Smartphones

Der Grund für den schwachen Ausblick sei der Übergang auf neue Smartphone-Generationen. Die alten stünden nicht mehr im Fokus und neue werden gerade entwickelt. Dafür brauche AMS auch die Kapazitäten, deren Unterauslastung sich im zweiten Quartal negativ auswirke. "Werden diese wieder gefüllt, ist wieder ein starker operativer Hebel da", so Lion. Der Markt sehe jetzt Unsicherheit und preise sie auch ein.

Analyst Michael Foeth von der Bank Vontobel will nun sein bisheriges Kursziel von 137 Franken je Aktie kappen, bekräftigte zugleich aber sein Anlageurteil "Buy". Erneut hätten kurzfristige Probleme bei der Produktumstellung sowie eine begrenzte Vorhersehbarkeit über die Entwicklungen in der zweiten Jahreshälfte für Unsicherheit in der Gewinnentwicklung gesorgt, schrieb er unter Verweis auf die deutlich gesenkten Ziele für das laufende zweite Quartal. Er sieht die Schätzungen für das Jahr 2018 um 50 Prozent sinken.

Die Experten von JPMorgan hingegen monierten: "Nicht die Aussagen zu den Umsätzen im zweiten Quartal sind der Schwachpunkt, sondern vielmehr die schwache Bruttomarge im ersten Quartal."

Die Analysten von Barclays wiederum gehen davon aus, dass längerfristig die guten Fundamentaldaten von AMS sich durchsetzen werden und bestätigen heute ihre "overweight"-Empfehlung und das Kursziel von 140 Franken.

(red mit APA/dpa-AFX Broker)

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