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Chiphersteller AMD verkauft Standorte in Asien

Der krisengeschüttelte US-Chiphersteller AMD setzt die Hoffnungen in frisches Geld aus Asien. Nach einem abermals hohen Quartalsverlust werden Standorte verkauft, der Konzern gibt 85 Prozent und damit die Kontrolle über seine Test- und Fertigungsstätten in Malaysia und China um rund 370 Millionen Dollar ab.

Mit dem chinesischen Käufer Nantong Fujitsu Microelectronics wird ein Joint Venture gegründet. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden. Der Deal in China soll für AMD auch langfristig die Kosten senken. Seine Fabriken - unter anderem in Sachsen - hatte AMD bereits vor Jahren abgegeben.

Im vergangenen Quartal setzt das Schrumpfen des PC-Geschäfts AMD wieder arg zu. Es gab einen Verlust von 197 Millionen Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte AMD noch 17 Millionen Dollar verdient. Die Erlöse schrumpften um 26 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Unter anderem hätten PC-Hersteller im vergangenen Quartal nicht so viele Geräte für das neue Microsoft-System Windows 10 wie erwartet gebaut, erklärte AMD-Chefin Lisa Su. Der Absatz der Notebooks und Desktop-Rechner war nach Berechnungen des IT-Marktforschers IDC im Jahresvergleich wieder um mehr als 10 Prozent gefallen. Auch Intel bekommt die Schwäche des Markts zu spüren, AMD als deutlich kleineren Player trifft das aber viel härter.

Der AMD-Umsatz im Geschäft mit PC-Chips sank im Jahresvergleich um fast 46 Prozent auf nur noch 424 Millionen Dollar. Die Sparte fuhr einen operativen Verlust von 181 Millionen Dollar ein. AMD versucht bereits seit Jahren, mit Chips für Spielekonsolen vom PC-Geschäft unabhängiger zu werden. In dieser Sparte blieb der Umsatz mit 637 Millionen Dollar fast stabil. Das operative Ergebnis fiel aber mit 84 Millionen Dollar um mehr als ein Fünftel niedriger aus als ein Jahr zuvor. (apa/dpa)

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