Textilindustrie

Chinesischer Investor könnte Wolford ganz von der Börse nehmen

Der neue chinesische Eigentümer des Vorarlberger Textilherstellers Wolford will einen Abschied des Unternehmens von der Börse nicht ausschließen - bisher sei jedoch nichts entschieden, hieß es.

Textilindustrie Wolford Fosun Standort Vorarlberg

Nach dem Verkauf des Vorarlberger Strumpf-und Wäscheherstellers Wolford an den chinesischen Investor Fosun ist offen, ob Wolford an der Börse notiert bleibt. Das geht aus den Erläuterungen zum Pflichtangebot an die Streubesitzaktionäre heute, Freitag, hervor.

Das Übernahmeangebot beläuft sich nun auf 13,77 Euro je Aktie. Das ist - nach einer Neuberechnung des Durchschnittskurses der letzten sechs Monate - etwas mehr als am 1. März bei Bekanntgabe des Deals angekündigt. Damals waren 13,67 Euro je Aktie ins Auge gefasst worden. Das Papier notiert heute an der Wiener Börse bei 13,90 Euro.

Die Annahmefrist läuft noch bis zum 7. Mai, 17 Uhr. Das sind 20 Börsentage. Gegebenenfalls kann eine Nachfrist bis 13. August gewährt werden.

Ein "Squeeze out" derzeit nicht vorgesehen

Bisher ist nicht entschieden, ob ein Ausschluss nach dem Gesellschafterausschlussgesetz (Squeeze out) erfolgen soll, falls das Angebot dazu führen sollte, dass der Bieter danach oder später mehr als 90 Prozent der Wolford-Stimmrechte hält, heißt es. Aus heutiger Sicht sei das nicht vorgesehen.

Der Bieter, so heißt es weiter, habe weder intern einen Beschluss gefasst noch in sonstiger Form eine Absicht konkretisiert, die Notierung von Wolford an der Wiener Börse und/oder der Frankfurter Wertpapierbörse nach Abschluss des Übernahmeverfahrens beenden zu wollen. Jedoch wird "ausdrücklich" darauf hingewiesen, "dass sich der Bieter offenhält, die Möglichkeit eines allfälliges Delistings zu evaluieren. Ein Delisting könne somit künftig nicht ausgeschlossen werden.

Das jetzt veröffentlichte Übernahmeangebot sei kein Delisting-Angebot. Im Fall einer hohen Annahmequote könnten allerdings die Zulassungs-Bedingungen (Stichwort: Mindeststreubesitz) zum Amtlichen Handel und/oder geregelten Freiverkehr oder für einen Verbleib im Prime Market der Wiener Börse und/oder das Listing an der Frankfurter Börse unter Umständen nicht mehr erfüllt werden.

Fall bei den Kartellbehörden

Die zwischen den Kernaktionären und den Käufern aus China paktierte Übernahme der Mehrheit durch Fosun liegt schon bei den Kartellbehörden. Der Kaufvertrag über die Mehrheitsbeteiligung von 50,87 Prozent datiert vom 1. März.

Verkauft wurden die bestimmenden Anteile von der WMP Familien-Privatstiftung, Sesam Privatstiftung und M. Erthal & Co. Beteiligungsgesellschaft m.b.H. und nahe stehender Personen. Der Kaufpreis für die Kernaktionärspakete beträgt 12,80 Euro je Aktie. (apa/red)

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