Automibilindustrie

Chinesischer Autobauer FAW will BMW-Partner Brilliance kaufen

In China greift der zweitgrößte und staatliche Autobauer FAW laut Eingeweihten nach dem ebenfalls chinesischen Autobauer Brilliance, der mit BMW kooperiert. Der Deal könnte demnach sechs Milliarden Euro schwer sein und in zwei Schritten passieren.

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Der zweitgrößte chinesische Autobauer FAW greift Insidern zufolge nach dem dortigen BMW-Partner Brilliance. Die staatliche FAW Group, die auch zusammen mit Volkswagen und Audi Autos für den chinesischen Markt produziert, könnte für die angedachte Übernahme umgerechnet rund 6 Mrd. Euro ausgeben, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Hintergrund der Überlegungen ist die prekäre Lage des größten Aktionärs von Brilliance, Huachen Automotive, der Ende 2020 in Schieflage geraten war. Dem Plan zufolge soll FAW zunächst 30,4 Prozent der Brilliance-Anteile von Huachen und weitere 11,9 Prozent von einer staatlichen Investmentgesellschaft der Provinz Liaoning erwerben.

Staatskonzern plant Übernahme laut Insidern in zwei Schritten

Im zweiten Schritt würde ein Übernahmeangebot an die übrigen Brilliance-Aktionäre fällig, das bei etwa 11 Hongkong-Dollar (1,2 Euro) liegen könnte, 70 Prozent über dem Durchschnittskurs im Jänner. notierten die Papiere bei 6,70 Hongkong-Dollar. FAW versuche für die Übernahme noch weitere Investoren ins Boot zu holen. FAW und BMW wollten sich zu den Informationen nicht äußern, Brilliance war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Das florierende Joint Venture BMW Brilliance in Shenyang ist für beide Partner einer der wichtigsten Ertragsbringer.

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Huachen wies die Angaben zurück. Reuters hatte im September erfahren, dass ein Konsortium rund um die Investmentgesellschaft aus Liaoning an einem Konsortium aus Staatsbetrieben arbeite, die Brilliance übernehmen und von der Börse nehmen wollten. Ein Insider sagte, dieser Plan liege auf Eis, weil es Probleme mit der Finanzierung und Uneinigkeit über die Bewertung gebe.

Pläne von BMW offenbar nicht in Gefahr

BMW sieht seine Pläne zur Aufstockung seiner Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen vor dem Hintergrund eines möglichen FAW-Einstiegs bei Brilliance nicht in Gefahr. Der deutsche Autokonzern will seine Beteiligung im nächsten Jahr für 3,6 Milliarden Euro auf 75 Prozent erhöhen. "Das ist so geplant", bekräftigte ein Sprecher. Bisher sind beide Partner je zur Hälfte an dem Joint Venture beteiligt.

Brilliance hält auch 51 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Renault für Vans und SUV. FAW baut Autos zusammen mit Volkswagen und Toyota und fertigt unter eigenem Namen zudem schwere Lkw in China. (reuters/apa/red)