Stahlindustrie

Chinesische Industrieprovinz führt Obergrenze bei der Stahlproduktion ein

Eine Region mit besonders viel Schwerindustrie will eine Obergrenze bei der Stahlproduktion einführen: maximal 200 Millionen Tonnen pro Jahr. In anderen Provinzen soll eine Steigerung der Produktion verboten werden. Inwieweit die Schritte mit Trumps Politik zusammenhängen, ist offen.

Mitten im Handelsstreit mit den USA hat China einen verstärkten Abbau von Überkapazitäten in der Stahl- und Kohlebranche angekündigt. In der Provinz Hebei, dem Herzen der Schwerindustrie der Volksrepublik, soll bis 2020 eine Obergrenze von 200 Millionen Tonnen Stahl gelten, teilte die Regierung am Dienstag mit.

Massive Umweltverschmutzung

Zudem soll in einer Reihe von Provinzen in diesem Zeitraum keine Steigerung der Produktion mehr erlaubt sein - dies gilt auch für das aus Bauxit gewonnene sogenannte Hüttenaluminium. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem von der Regierung forcierten Umweltschutz.

Durch zusätzliche Maßnahmen - etwa das Zurückdrängen von Heizen mit Kohle - soll die durch Smog und Umweltgifte verpestete Luft in Dutzenden Städten des jahrelang rasant gewachsenen Schwellenlandes mit seiner Milliardenbevölkerung sauberer werden.

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Handelskonflikt mit den USA geht weiter

Die Beschlüsse fallen mitten im Handelsstreit mit den USA. US-Präsident Donald Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor, wie etwa den Stahlmarkt im Zuge von Überkapazitäten mit Billig-Angeboten zu fluten.

Die USA verlangen inzwischen Importzölle auf Stahl und Aluminium aus China, aber auch der EU und anderen Ländern. Und am Freitag treten US-Strafzölle auf Waren aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Mrd. Dollar (29 Mrd. Euro) in Kraft. (reuters/apa/red)

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