Stahl

Chinesen zahlen einen Euro als Kaufpreis für Schrottverwerter Scholz

Genau einen Euro hat die chinesische Gruppe Chiho-Tiande für den schwer angeschlagenen deutschen Schrottverwerter Scholz gezahlt. Oliver Scholz trat als Vorstand der Scholz Holding zurück und ist nun Geschäftsführer der Scholz Recycling GmbH.

Der schwer angeschlagene deutsche Schrottverwerter Scholz ist wie von INDUSTRIEMAGAZIN.at hier gemeldet an den chinesische Rivale Chiho-Tiande (CTG) verkauft worden.

Der Schrottrecycler aus Fernost hat dabei laut deutschen Medienberichten auch die Bankschulden von Scholz übernommen, die Anleihe abgelöst sowie einen Überbrückungskredit in Höhe von 80 Mio. Euro zugesagt. Nun ist Chiho-Tiande der größte Einzelgläubiger.

Für das gesamte Stammkapital der Scholz-Gruppe haben die Chinesen den symbolischen Preis von einem Euro bezahlt, wie die "Schwäbische Zeitung" berichtet.

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Wie Chiho-Tiande mitteilt, hätte die Eigentümerfamilie um Oliver Scholz ihre Anteile zum Preis von einem Euro mit dem Ziel verkauft, die finanzielle Restrukturierung der Scholz-Gruppe umzusetzen. Parallel dazu wurde eine Restrukturierungsvereinbarung geschlossen. Sobald alle Bedingungen des Kaufvertrags erfüllt sind, werde Scholz zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Chiho-Tiande, so die Zeitung unter Verweis auf die Mitteilung der Chinesen.

Demnach ist Oliver Scholz als Vorstand der Scholz Holding GmbH zurückgetreten und wurde gleichzeitig zum Geschäftsführer der Scholz Recycling GmbH ernannt.

Gerd Hähne und Daniel Jürgenschellert werden dem Bericht zufolge weiterhin Teil der Geschäftsleitung der Scholz Recycling GmbH sein und das Geschäft in Deutschland und Polen verantworten. Wie die künftige Geschäftsführung der Scholz-Gruppe aussehe, sei offen, so die Zeitung.

Aktuelle Eckdaten zu Scholz

Scholz ist mit gut einer Milliarde Euro verschuldet und einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Scholz ist auch in Österreich tätig.

Der Konzern mit knapp 5.000 Mitarbeitern leidet unter dem hohen Preisdruck auf dem Schrott- und Stahlmarkt. 2015 hatte Scholz seine Verluste um 88 Prozent auf 232 Mio. Euro ausgeweitet.

(red)

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