Energieversorger

Chinesen wollen beim Hamburger Versorger einsteigen - Berlin dagegen

Netzbetreiber 50Hertz ist ein großer Player in Norddeutschland - jetzt drängt eine chinesische Finanzfirma an Bord. Die deutsche Regierung will das einem Bericht zufolge verhindern.

Die deutsche Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge den Einstieg eines Investors aus China beim deutschen Netzbetreiber 50Hertz verhindern. Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig habe deswegen bereits mit dem belgischen Anteilseigner Elia Kontakt aufgenommen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise.

Finanzfirma verkauft

Ziel sei es, den zum Verkauf stehenden 20-Prozent-Anteil des Miteigentümers IFM Investors zu übernehmen und damit zu verhindern, dass ihn der chinesische Netzbetreiber State Grid Corporation of China (SGCC) kaufe.

Elia habe ein Vorkaufsrecht, von dem das Unternehmen bis Ende März Gebrauch machen könne. Bei Elia heiße es, man habe sich noch nicht festgelegt. Laut dem Bericht waren inzwischen mehrfach SGCC-Vertreter bei 50Hertz, um sich über Details des Geschäfts in Deutschland zu informieren.

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50Hertz ist ein wichtiger Player

50Hertz sorgt nach eigenen Angaben für den Betrieb, die Instandhaltung, die Planung und den Ausbau eines 10.000 Kilometer langen Strom-Übertragungsnetzes im Norden und Osten Deutschlands.

Das Unternehmen sichere damit die Netzintegration von rund 40 Prozent der gesamten in Deutschland installierten Windkraftleistung und ist damit ein Faktor zur Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung. Anteilseigner sind derzeit das belgische Netzunternehmen Elia mit 60 Prozent und der australische Infrastrukturfonds IFM Investors mit 40 Prozent. (reuters/apa/red)

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