Überkapazitäten

Chinas Stahlindustrie: "Extreme Probleme" beim Abbau von Überkapazitäten

China beklagt "extreme Probleme" bei der Sanierung der Stahlindustrie - und vor allem dem international geforderten Abbau seiner enormen Überkapazitäten. Doch dieser gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Chinas Wirtschaftsplaner warnen vor massiven Problemen beim geplanten Abbau der Überproduktion in der Stahlbranche. Die nächste Stufe sei hier "extrem schwierig" zu erreichen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung der staatlichen Planungs- und Reformkommission (NDRC). Sie kündigte weitere Finanzhilfen an, um Stellenabbau und Überschuldungen abzufedern.

Zugleich sollen harte Strafen verhängt werden, wenn Stahlwerke illegal errichtet werden oder expandieren. Der Kampf der Behörde gilt insbesondere sogenannten "Zombiefirmen" in der Branche, das sind unwirtschaftliche Betriebe, die künstlich am Leben gehalten werden. Ziel ist eine umfassende Modernisierung des Industriesektors. Laut NDRC geht es darum, aus "einer großen Stahlnation eine starke Stahlnation" zu machen.

Die Europäische Union (EU) und die USA werfen China vor, Stahl zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt zu werfen. Die Volksrepublik ist der weltweit größte Hersteller des wichtigen Baustoffs. Sie fertigt jährlich schätzungsweise etwa 300 Millionen Tonnen mehr als benötigt. Das ist fast das Doppelte der EU-Produktion. Im laufenden Jahr will die Volksrepublik ihre Kapazitäten um etwa 45 Millionen Tonnen reduzieren, hinkt bisher aber in ihren Bemühungen hinterher. (APA/Reuters/red)

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