Stahlindustrie

Chinas Stahlhersteller machen Verluste in Milliardenhöhe

Die großen chinesischen Stahlkonzerne haben allein im heurigen Jahr rund vier Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet - und eine Erholung ist weiter nicht in Sicht. Jetzt dürften zahlreiche Werke schließen, sagen Branchenexperten.

Die großen chinesischen Stahlkonzerne haben Verbandsangaben zufolge in diesem Jahr bisher umgerechnet rund 4 Mrd. Euro Verlust eingefahren. Angesichts schwächerer Nachfrage und gesunkener Preise rechnen Experten nun mit der Schließung von Produktionsstätten.

Weil eine Erholung angesichts der Konjunkturabkühlung nicht in Sicht sei, bleibe nur eine Reduzierung des Angebots, sagte der stellvertretende Vorsitzende des chinesischen Eisen- und Stahlverbands, Zhu Jimin, am Mittwoch. In den ersten neun Monaten sei die Stahlproduktion in der Volksrepublik um 2,1 Prozent auf 609 Millionen Tonnen gesunken. Die Nachfrage ging um 5,8 Prozent zurück.

Zum Thema:

Die größten Stahlproduzenten der Welt >>

White Paper zum Thema

China ist der weltweit größte Stahlproduzent. Experten zufolge belaufen sich die Überkapazitäten mittlerweile auf 300 Millionen Tonnen. Die Regierung in Peking hat bereits angekündigt, dass die Kapazitäten in den kommenden drei Jahren um 80 Millionen Tonnen zurückgefahren werden sollen. Privaten Stahlfirmen droht angesichts der Verluste die Pleite, falls Banken Kredite nicht mehr verlängern. (reuters/apa)

Zum Thema:
In Österreich ist mit dem Urteil des Kartellgerichts ein größerer Prozess gegen mehrere Stahlhändler wegen Preisabsprachen zu Ende gegangen. Mehr dazu hier: Stahlhändler müssen über halbe Million Euro Strafe zahlen >>