Schifffahrt

China lässt Sorge um Lieferengpässe wieder wachsen

Erneut wurde aufgrund eines Coronafalls der Betrieb in einem großen chinesischen Containerhafen eingestellt. Welche Auswirkungen das auf die ohnehin angespannte Lage um die weltweiten Lieferketten haben wird.

Erneute Staus vor einem großen Container-Umschlaghafen in China drohen die Lieferengpässe der deutschen Wirtschaft zu verschärfen. "Die Staus weiten sich schnell auf andere Häfen aus, sobald Schiffe beginnen, den betroffenen Häfen auszuweichen", sagte der Handelsexperte Vincent Stamer vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Freitag zu Reuters. "Das führt zweifelsohne auch zu weiteren Lieferverzögerungen - auch für Deutschland."

Das Container-Terminal Meidong im Osten von Ningbo stellte am Mittwoch den Betrieb ein, nachdem ein Coronafall entdeckt worden war. "Eine anhaltende Schließung könnte eine Dynamik entwickeln, welche die ohnehin schon angespannten Lieferketten und Warenströme zusätzlich belasten würde", warnte der China-Beauftragte des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), Riccardo Kurto. Häfen und Reedereien leiten inzwischen Schiffe um. Zugleich ist der nahe gelegene Hafen von Shanghai so stark überlastet wie seit mindestens drei Jahren nicht mehr. Aktuell warten 37 Schiffe darauf, Ningbo anzulaufen. Vor Shanghai stauen sich 26 Schiffe, wie Daten des Informationsanbieters Refinitiv zeigen.

Schärfere Beschränkungen zur Eindämmung des jüngsten Corona-Ausbruchs erfassen inzwischen immer mehr Bereiche der Wirtschaft des Landes. Die hochansteckende Delta-Variante wurde seit Ende Juli bereits in mehr als zwölf Städten nachgewiesen. Ningbo Zhoushan ist Chinas zweitgrößter Containerhafen nach Shanghai und entstand vor Jahren durch die Fusion der Häfen von Ningbo und Zhoushan.

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Die coronabedingte zeitweise Schließung des chinesischen Handelshafens Yantian im Mai und Juni hat der deutschen Wirtschaft zufolge gravierendere Folgen für globalen Lieferketten und Warenströme als zuvor die Schiffshavarie im Suezkanal. Vor allem für die Technik- und Elektronikbranche stellten die zwischenzeitlich bei der Container-Verladung eingetretenen Verzögerungen ein Problem dar, wie der BME bei einer Mitgliederbefragung herausfand. Die Störung der Lieferketten ist ein ernstes Problem für die Handelsnation Deutschland. Fast 64 Prozent der Industriebetriebe klagten in der Juli-Umfrage des Ifo-Instituts über Engpässe bei Vorprodukten wie Chips. (apa/red)

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