Chemische Industrie : Chemiekonzern Huntsman streicht weltweit 900 Stellen

Der US-Chemiekonzern Huntsman setzt wegen fallender Preise und zunehmender Konkurrenz im Pigmentgeschäft den Rotstift an und streicht weltweit 900 Stellen. Die deutschen Standorte Duisburg und Krefeld sind massiv betroffen, wie der BASF-Konkurrent am Montag im texanischen The Woodlands ankündigte. Dort sollen zusammen fast ein Drittel der Arbeitsplätze wegfallen.

Einsparungen von rund 130 Mio. Dollar

"Diese Umstrukturierung wird unsere weltweite Wettbewerbsfähigkeit bei Pigmenten und Additiven verbessern und es uns ermöglichen, uns besser gegen Wettbewerber durchzusetzen" erklärte Konzernchef Peter Huntsman. Das Unternehmen verspricht sich von dem Schritt bis Mitte 2016 jährliche Einsparungen von rund 130 Mio. Dollar (104,1 Mio. Euro). Insgesamt streicht Huntsman sechs Prozent seiner rund 15.000 Stellen.

Huntsman machen Überkapazitäten beim Weißpigment Titandioxid zu schaffen, das in Lacken, Farben und Kunststoffen eingesetzt wird. Das führt zu fallenden Preisen. Außerdem nimmt der Wettbewerb aus China zu. Allein an den deutschen Weißpigment-Standorten Duisburg und Krefeld sollen deshalb zusammen 500 von aktuell 1.620 Stellen wegfallen. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern laufen.

Huntsman hatte sein Pigment-Geschäft erst unlängst mit der 1,1 Mrd. Dollar teuren Übernahme der Duisburger Traditionsfirma Sachtleben ausgebaut. Sachtleben ist mit rund 800 Mio. Euro Jahresumsatz einer der weltweit größten Titandioxid-Produzenten. (reuters/apa)