Maschinenbau

Chemchina will Schweizer Maschinenbauer Netstal verkaufen

Der chinesische Konzern Chemchina verhandelt über den Verkauf des Schweizer Spritzgießmaschinen-Hersteller Netstal. Die Gespräche mit einem Interessenten seien weit fortgeschritten, so Eingeweihte. Der Wert des Schweizer Herstellers wird auf über 254 Mio. Euro geschätzt.

Die chinesische Chemchina hat Insidern zufolge den Verkauf der Schweizer Firma Netstal eingeleitet. Die Verhandlungen mit einem Kaufinteressenten für den Spritzgießmaschinen-Hersteller seien weit fortgeschritten, sagten drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Netstal könnte auf einen Wert von 200 bis 300 Mio. Dollar kommen (bis zu 254 Mio. Euro), sagte einer der Insider. Mit dem Verkauf sei der Berater EY beauftragt worden.

Chemchina gehört auch schon Syngenta und Krausmaffei

Chemchina hat seit 2005 eine Reihe von Firmen übernommen, darunter den Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta und den deutschen Maschinenbauer KraussMaffei. Die Zukäufe haben bei dem Staatskonzern zu einer hohen Verschuldung geführt. Eine Maßnahme zum Abbau der Schulden ist ein Börsengang von Syngenta, der bis Mitte 2022 über die Bühne gehen soll.

Auch ein Verkauf von Netstal dürfte helfen. Netstal ist Teil der seit 2018 an der Börse in Shanghai notierten Chemchina-Tochter KraussMaffei. Netstal produziert mit rund 400 Mitarbeitern Maschinen, mit denen Medizintechnik-, Getränke- oder Verpackungsfirmen dünnwandige Kunststoffteile fertigen können. Dazu gehören Einweg-Massenartikel wie Pipettenspitzen, die etwa in den Coronavirus-Testkits des Roche-Konzerns Verwendung finden. KraussMaffei und EY wollten sich nicht äußern. (reuters/apa/red)