Elektroindustrie

Chef von Bosch Österreich fordert flexiblere Arbeitszeiten - und 12-Stunden-Arbeitstage

Klaus Peter Fouquet plädiert für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten inklusive der Möglichkeit von 12-Stunden-Tagen. Der Chef von Bosch in Österreich übt auch Kritik an den Regelungen gegen Lohndumping und Sozialdumping.

Bosch-Österreich-Chef Klaus Peter Fouquet hat sich für eine Arbeitszeitflexibilisierung samt der Möglichkeit von 12-Stunden-Tagen und einen Beschäftigungsbonus ausgesprochen. Den bürokratische Aufwand rund um das Lohn- und Sozialdumpinggesetz kritisierte er hingegen: Das verhindere die Zusammenarbeit.

Aufgrund der geplanten Neuwahlen in Österreich ist die Umsetzung einiger geplanter Maßnahmen für den Arbeitsmarkt derzeit fraglich. So spießt es sich gerade beim Beschäftigungsbonus, bei dem Betriebe Erleichterungen bei den Lohnnebenkosten erhalten sollen, wenn sie zusätzlich bestimmte Beschäftigte einstellen.

Fouquet hofft, dass der Bonus bald kommt, da er die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärken würde, sagte er bei er Vorstellung der Jahresbilanz der Gruppe in Österreich.

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Einigung bei der Arbeitszeitflexibilisierung wünschenswert

Auch bei der Arbeitszeitflexibilisierung, die von den Sozialpartnern ausverhandelt werden soll, wünscht sich Fouquet eine baldige Einigung. "Wir werden mit volatilen Geschäftsverläufen zu rechnen haben", sagte der Chef der Robert Bosch AG. Dazu gehören nach den Worten des Managers auch 12-Stunden-Arbeitstage - nicht regelmäßig, aber für bestimmte Einsätze in den Fabriken, wie Fouquet betonte.

Weniger Freude hat der Manager hingegen mit dem Lohn- und Sozialdumpinggesetz. Der bürokratische Aufwand sei enorm, sodass Bosch-Mitarbeiter, die früher aus Indien zu Schulungszwecken nach Österreich gekommen seien, nun nicht mehr bzw. in sehr reduziertem Ausmaß kämen. Das Gesetz verhindere hier die Zusammenarbeit. Mehrmonatige Projekte innerhalb eines Unternehmens sollten deshalb ausgenommen werden.

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Bei Bosch hängt viel vom Dieselmotor ab

Im abgelaufenen Jahr erzielte Bosch in Österreich mit seinen fast 2.900 Beschäftigten einen Umsatz von 1,163 Mrd. Euro und damit annähernd so viel wie im Jahr 2015 (1,146 Mrd. Euro). Weltweit machte der deutsche Technologiekonzern 2016 rund 73 Mrd. Euro Umsatz, den meisten davon im Bereich Mobilität als Automobilzulieferer. Im Zuge des VW-Dieselskandals ist auch Bosch unter Druck geraten. Aktuell dazu: Neuer Vergleich für VW und ein Kompromiss für Bosch in den USA >>

Das Unternehmen ist stark von der Produktion von Dieselmotoren abhängig. Ein Diesel-Fahrverbot, wie es in zahlreichen Städten angedacht ist, wäre für den Zulieferer daher fatal.

"Die Auswirkungen auf Bosch wären da. Auch Österreich ist ein Dieselland", räumte Fouquet auf Nachfrage ein. Bosch spüre einen Rückgang beim Absatz von Dieselkomponenten. Fouquet glaubt aber nicht, dass Diesel seine tragend Rolle verlieren wird.

Von derzeitigen Lieferproblemen in Deutschland nicht betroffen

Nicht betroffen ist Bosch in Österreich hingegen von den Lieferproblemen bei einem Bauteil für BMW. In Deutschland sorgt der Autozulieferer gerade für massive Produktionsausfälle bei BMW in München, Leipzig und China: BMW wartet händeringend auf fehlende Komponenten von Bosch >>

Das fehlende Lenkungsteil werde aber nicht von Österreich aus geliefert, so Fouquet. Wie berichtet teilte Bosch in Stuttgart mit, das Unternehmen beziehe ein wesentliches Bauteil für die Lenkung von einem Zulieferer in Italien. "Bei diesem Zulieferer kommt es derzeit zu Lieferproblemen. Bosch arbeitet mit Hochdruck gemeinsam mit BMW und unserem Zulieferer daran, um die Lieferengpässe schnellstmöglich zu beenden und die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten." (APA/red)

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