Personalia

Chef des Tiroler Herstellers Plansee wechselt in den Aufsichtsrat

Beim Tiroler Werkstoffhersteller Plansee wechselt der langjährige Firmenchef Michael Schwarzkopf in den Aufsichtsrat. Die Vorstände Bernhard Schretter und Karlheinz Wex leiten die Gruppe in Zukunft alleine.

Beim weltweit tätigen Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Sitz in Breitenwang in Tirol hat Vorstandschef Michael Schwarzkopf angekündigt, seine bisherige Funktion zurückzulegen und den Vorsitz des Aufsichtsrats zu übernehmen. Der Enkel des Firmengründers Paul Schwarzkopf war 21 Jahre lang Vorstandsvorsitzender.

Bei der Bekanntgabe der Personalie fand Schwarzkopf positive Worte für seine Entscheidung: "Es braucht Mut zur Veränderung. Ich nehme einen Rollenwechsel vor und werde quasi vom Spielmacher zum Sportdirektor." Als Aufsichtsratsvorsitzender könne er in Zukunft "mit mehr Objektivität" auf die Entwicklung des Unternehmens blicken. Die Gruppe bekomme dadurch mehr Freiräume - und er selbst auch, so Schwarzkopf.

Die bisherigen Vorstandskollegen Bernhard Schretter und Karlheinz Wex werden künftig die Gruppe alleine führen, Diese Entscheidung sollte die Hauptversammlung noch bestätigen.

Schwarzkopf: "Erfolgreiches Geschäftsjahr"

Beim Umsatz erreichte der Tiroler Hochleistungswerkstoffhersteller im Geschäftsjahr 2016/2017 ein mit dem Vorjahr vergleichbares Ergebnis. Der Umsatz lag bei 1,17 Mrd. Euro und damit geringfügig unter dem Ergebnis des Jahres zuvor mit 1,18 Mrd. Euro.

Schwarzkopf sprach von einem "erfolgreichen Geschäftsjahr", auf das man zurückblicken könne. Beim operativen Ergebnis (EBITA) konnte man ordentlich zulegen: Es lag bei 197 Mio. Euro (2015/2016: 148 Mio. Euro) und konnte von 12,8 Prozent auf 17 Prozent gesteigert werden. Alle Unternehmensbeteiligungen zusammengefasst erzielten im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 2,14 Mrd. Euro.

Steigende Absätze trotz sinkender Rohstoffpreise

"Trotz sinkender Rohstoffpreise ist es uns gelungen, den Umsatz auf Vorjahresniveau zu stabilisieren", zeigte sich Schwarzkopf zufrieden. Die Absatzmengen und Marktanteile hätten in allen Regionen weiter gesteigert werden können. 52 Prozent wurden in Europa und je 24 Prozent in den USA und Asien umgesetzt.

Insgesamt 180 Mio. Euro wurden weltweit investiert, für dieses Geschäftsjahr plane man Investitionen in ähnlicher Größenordnung, "wenn nicht sogar ein bisschen mehr", so der Vorstandsvorsitzende. Zudem seien auch weitere Akquisitionen "in der Evaluierung".

Stabil blieb der Personalstand. Waren im Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt 11.933 Mitarbeiter in der Gruppe beschäftigt, waren es im vergangenen Jahr 12.022, davon in Österreich 2.275.

Optimistisch zeigten sich die Verantwortlichen, was das aktuelle Geschäftsjahr angeht. Seit Ende des vergangenen Jahres spüre man eine Belebung, im ersten Quartal verzeichnete man zweistellige Umsatzzuwächse. Ob auch am Ende ein zweistelliges Wachstum stehe, wollte Schwarzkopf nicht beurteilen.

Schwarzkopf verwies vor allem auf die weltweiten politischen Unsicherheiten. Sollte US-Präsident Donald Trump seine angekündigte, protektionistische "America First"-Politik auch in wirtschaftlicher Hinsicht wahr machen, würde dies nicht nur die amerikanische Wirtschaft beeinträchtigen. Die Konjunktur würde weltweit darunter leiden. (apa/red)