CFO des Monats: Hannes Moser, Greiner Holding

Mit seiner Bestellung zum Finanzvorstand im August ist erstmals ein Nicht-Familienmitglied in die Führung der Greiner Holding aufgestiegen. IM MONEY sprach mit Moser über seine Perspektiven – und über seine Ideen für betriebliche Altersvorsorge.

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Für Hannes Moser war der 1. August 2011 ein besonderer, für die Greiner Holding AG sogar ein historischer Tag. Erstmals stehen mit dem neuen CFO Hannes Moser und dem seit April 2009 als CEO tätigen Axel Kühner zwei Nichtfamilienmitglieder bei dem auf Kunst- und Schaumstoffverarbeitung spezialisierten oberösterreichischen Unternehmen in der ersten Reihe. Das letzte Familienmitglied im Vorstand - Axel Greiner - ist mit Ende 2010 als Vorsitzender in den  im Vorjahr gegründeten Familiengesellschafterrat gewechselt. Dass der neue CFO Hannes Moser fast 20 Jahre beim ebenfalls zum Großteil in Familienhand befindlichen Autozulieferer Miba aus Laakirchen tätig war dürfte für seine Bestellung wohl kein Nachteil gewesen sein. Für Mosers eigene Wechselmotivation war die Eigentümerstruktur jedenfalls ein Hauptkriterium.
 
Behagliches Umfeld.
Die geografische Neuorientierung Mosers von der Konzernzentrale der Miba in Laakirchen in das 31 Kilometer entfernte Greiner Hauptquartier in Kremsmünster soll nicht über die internationale Vergangenheit des neuen CFO hinwegtäuschen. Als Geschäftsführer von Miba Auslandstöchtern war Moser u. a. in Neapel, Turin und Barcelona temporär sesshaft. Gemeinsam mit seiner spanischen Ehefrau hat Moser zwei Kinder, die in Italien und Russland zur Welt gekommen sind. Als Antrieb und Erfolgsrezept nennt der gebürtige Tiroler ohne zu zögern seine Familie, die ihn bedingungslos unterstützt und auch quer durch Europa begleitet hat. Und auch beruflich legt er großen Wert auf ein nachhaltiges Umfeld. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Familienunternehmen einfach anders ticken als Unternehmen, die zum größten Teil in Streubesitz sind. Entscheidungen werden stärker abgewogen und im Vordergrund steht nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung sondern Kontinuität, Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Ein solches Umfeld behagt mir sehr und finde ich bei Greiner wieder“, sagt Moser.
Die Wirtschaftskrise hat er als “spannend und lehrreich” erlebt. Einiges aus den damals gewonnen Erfahrungen möchte er nun auch im Finanzmanagement von Greiner einbringen. Seinen Führungsstil beschreibt er auf Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit basierend. Er steht zu den sozialen Mitarbeitereinrichtungen von Greiner wie der Kinderkrabbelstube und auch der angemessenen Grundbezahlung sowie den zusätzlichen finanziellen Anreizen. “Für mich selbst ist eine Prämie natürlich auch eine Wertschätzung meiner Arbeit und ein Ansporn für weitere positive Leistungen.”

Zur Person
 Hannes Moser ist 1968 in Kitzbühel geboren. Nach Abschluss seines Studiums an der Wiener Wirtschaftsuniversität wurde er 1992 als Vorstandsasistent bei der Miba AG. Seit 2007 war er Vorstand des weltweiten Finanzbereichs der Miba Gruppe. Im August 2011 wurde er als Finanzchef in den Vorstand der Greiner Holding berufen.


Greiner statt Griechen.
Betriebliche Pensionsvorsorgemodelle hält der Greiner-CFO als Ergänzung zu den staatlichen Leistungen und privaten Ansparformen für sehr wichtig. Er wünscht sich allerdings verbesserte Rahmenbedingungen und ortet dringenden Aufklärungsbedarf in Betrieben und bei den Arbeitnehmern. Das ertragsmäßige Abschneiden der häufig gescholtenen Pensionskassen sieht Moser dem Risikoprofil der Institutionen entsprechend als ausreichend an. Aktien gehören seiner Meinung nach einem langfristigen Portfolio beigemischt. Er selbst legt sein Geld wie im Beruf konservativ und möglichst risikofrei an und konzentriert sich dabei auf langfristige und nachhaltige Anlageformen. Wenngleich Moser nicht von einem Zahlungsausfall Italiens und Spaniens ausgeht würde er aus Risikogründen lieber einen Corporate Bond der Greiner Holding als eine Anleihe dieser beiden Staaten kaufen.