Serie EC Austria

Bye-bye Standardlösung

Digitalisieren allein war gestern. Heute müssen IT-Anbieter ihre Leistungen exakt an die Geschäftsbedürfnisse ihrer Kunden und der Kunden dieser Kunden anpassen. Erst dann kann der Perfect Fit aus Cloudtechnologie, Konnektivität und Sicherheit gelingen.

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Eine aktuelle Studie von McKinsey belegt den Trend mit drastischen Zahlen: 74 Prozent der Entscheider weltweit sind der Ansicht, dass sich Geschäftsmodelle heute in einer Art und in einem Tempo verändern wie noch nie zuvor. Sehr oft ist das Einbrechen von bewährten Strukturen daher auch der Grund, warum Unternehmen den Weg in die Digitalisierung gehen. Doch genügten früher noch vielfach Standardlösungen, stehen IT-Dienstleister heute vor der Herausforderung, Systeme zu schaffen, die nicht nur die Geschäftsmodelle und Bedürfnisse ihrer direkten Kunden abbilden, sondern auch jene von deren Kunden.

Perfect Fit

Die Grundlage dafür würden, so Peter Lenz, Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Systems, die drei Kernelemente einer jeden funktionierenden und zeitgemäßen IT-Lösung bilden: eine skalierbare Infrastruktur, im Kern also hybride Cloud-Modelle, schnelle Konnektivität und Sicherheit. „Daraus einen Mix zu schaffen, bei dem jedes Element passgenau in das andere greift, macht den Perfect Fit aus. Und es ist auch der Punkt, der gute Anbieter von schlechten unterscheidet.“ Denn gelingt der Perfect Fit nicht, läuft das ganze Konstrukt Gefahr, entweder an einem bestimmten Punkt zusammenzubrechen oder die Erwartungen des Kunden zu enttäuschen. Oder beides.

T-Systems hat inzwischen für viele seiner Kunden exakt auf deren Geschäftsmodelle zugeschnittene IT-Lösungen entwickelt: in der Automobilbranche, in der Luftfahrt, im Maschinenbau, aber auch außerhalb der produzierenden Industrie, etwa im Gesundheitswesen. Hier schafft man durch Digitalisierung unter anderem kürzere Spitalsaufenthalte und bessere Informationsprozesse. Unlängst hat zum Beispiel auch die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGES ihr Krankenhausinformationssystem mithilfe von T-Systems umgestellt.

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Gesunde IT

Der Gesundheitssektor ist ein Bereich, in dem besonders deutlich wird, wie eng heute die Angebote von Digitalisierungsspezialisten mit den Geschäftsprozessen ihrer Kunden verbunden sein müssen. Und so arbeitet etwa Kapsch BusinessCom derzeit daran, künstliche Intelligenz so zu trainieren, dass sie bei der Diagnose von Leberschäden eingesetzt werden kann. Ein anderer Anwendungsfall ist die automatisierte Beurteilung von möglichen Nebenwirkungen bei Patienten, die viele unterschiedliche Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Noch ein anderer die Automatisierung des E-Mail-Verkehrs mit Versicherungen. Wie bei allen Projekten gilt allerdings für Jochen Borenich, Mitglied des Vorstands bei Kapsch BusinessCom, auch bei Digitalisierungsvorhaben im Gesundheitsbereich der Grundsatz: Die Bedürfnisse des Kunden müssen bereits vor Projektstart klar definiert sein. „Was sind die Ziele des Projektes und welche Probleme werden in der alltäglichen Arbeit dadurch gelöst? Nur so kann ein individuelles Paket geschnürt werden, das perfekt auf den Kunden zugeschnitten ist.“

Und natürlich spielt bei Projekten, bei denen mit sensiblen Patientendaten gearbeitet wird, die Sicherheit eine besondere Rolle: „Durch Vernetzung und gesicherte Zugänge kann in Krankenhäusern aber sichergestellt werden, dass jeder genau die Informationen bekommt, die er benötigt, und die Sicherheit der Daten stets gewährleistet bleibt“, sagt Borenich.

Doch egal, ob in der Gesundheitsbranche oder in der Automobilindustrie, ein Punkt wird manchmal übersehen: Künstliche Intelligenz kann, wenn sie vorher richtig trainiert wurde, in der Beurteilung vieler Situationen Trefferquoten erreichen, die ein Mensch nicht schafft. Doch der Weg dorthin ist langwierig. „Eine künstliche Intelligenz aufzubauen ist aufwendig. Es braucht viele Daten und viel Zeit. Wir bei Kapsch setzen die Untergrenze, ab der das Verfahren funktionieren kann, bei etwa 10.000 Datensätzen an. Gibt es zu wenige Daten, können regelbasierte Systeme sinnvoller sein als KI“, erklärt Borenich. Das müsse aber letztlich immer individuell, auf einen konkreten Business Case zugeschnitten entschieden werden.

Neue Geschäftsmodelle, neue Lösungen

Auch für den Zahlungsdienstleister Wirecard ist die digitale Veränderung der Geschäftsmodelle seiner Kunden ein treibender Faktor, etwa wenn es darum geht, Online-Anmeldeprozesse zu vereinfachen. So nutzt der Austria eXtreme Triathlon für die Teilnehmerregistrierung schon zum wiederholten Mal die Zahlungsschnittstelle von Wirecard. Die Anmeldung für den Triathlon 2020 startet Mitte Oktober. Eine der Herausforderungen: Da Athleten aus der ganzen Welt an diesem außergewöhnlichen Triathlon teilnehmen, muss auch hinsichtlich des Zahlungssystems eine adäquate Lösung angeboten werden. Dies ist für Austria eXtreme Triathlon durch die Zusammenarbeit mit Wirecard einfach, sicher und praktisch möglich.

Auch im Tourismus hat die digitale Transformation zu einem neuen, riesigen E-Tourismus-Markt geführt. Noch vor acht Jahren lag der Prozentsatz der im Internet gebuchten Betten unter dreißig Prozent, heute wird bereits mehr als die Hälfte aller Nächtigungen online gebucht. Den nächsten großen Schritt geht Wirecard gemeinsam mit der österreichischen Wintersport-Organisation Book-2Ski. Dabei wird das digitale Tourismusangebot auf weitere Felder wie etwa Skischulen oder Skiverleih ausgedehnt. Eine der technischen Herausforderungen dabei war es, für die vielen beteiligten Anbieter von Skikursen und Leihgeräten jeweils ein eigenes, integriertes Konto mit Zugriff auf die zugeordneten Bestellungen und Zahlungen zu erstellen.

Angesichts der sehr unterschiedlichen Kundenanforderungen betont Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard: "Wirecard ist immer bestrebt, seinem Kunden die bestmögliche Bezahllösung anzubieten, die passgenau auf dessen Geschäftsmodell zugeschnitten ist und die sich optimal in dessen Online- wie auch Offline-Auftritt integriert. Denn jeder Business Case ist einzigartig."