Zulieferindustrie

Busch ringt um Kontrolle beim Zulieferer Pfeiffer: Jetzt wird Finanzaufsicht aktiv

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin nimmt die Aktienkäufe des Vakuumpumpen-Herstellers Busch bei seinem Konkurrenten Pfeiffer Vacuum unter die Lupe. Es geht auch um Fragen über eine mögliche Marktmanipulation. Busch strebt die Machtübernahme bei Pfeiffer an.

Im Übernahmepoker um den deutschen Vakuumpumpen-Spezialisten Pfeiffer Vacuum nimmt die Finanzaufsicht BaFin die Aktienkäufe des Konkurrenten Busch unter die Lupe. Man überprüfe routinemäßig den Erwerb der Papiere durch Busch, sagte eine BaFin-Sprecherin.

Die Behörde prüft nach eigenen Angaben, ob die Busch-Gruppe rechtzeitig den Kauf von Pfeiffer-Aktien gemeldet hat. Investoren sind zur Bekanntgabe verpflichtet, sobald sie mehr als drei, fünf oder zehn Prozent der Anteile eines börsennotierten Unternehmens halten.

Offene Fragen auch über eine mögliche Marktmanipulation

Zudem geht die Behörde der Frage einer möglichen Marktmanipulation nach. Busch aus Maulburg in Baden-Württemberg hatte nach dem Erwerb von 15 Prozent an dem Konkurrenten im September 2015 zunächst erklärt, man verfolge lediglich finanzielle Absichten und wolle den Anteil nicht auf über 30 Prozent ausbauen. Im November gab Busch bekannt, strategische Ziele anzupeilen und die Zusammensetzung des Aufsichtsrats mitbestimmen zu wollen. Eine derart grundlegende Änderung der Absichten eines Aktionärs innerhalb weniger Wochen sei ungewöhnlich, schrieb die "Wirtschaftswoche".

Zuletzt hielt Busch gut 30 Prozent der Anteile an Pfeiffer Vacuum. Die Baden-Württemberger bieten 110 Euro je Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat des im deutschen TecDax notierten Konzerns lehnen das Übernahmeangebot seit längerer Zeit als zu niedrig ab. (dpa/apa/red)