Verkehr

Burgenland: Lkw-Transitverkehr auf Schnellstraßen drängen

Das Burgenland will den Lkw-Verkehr schrittweise ins höherrangige Straßennetz verlagern. Der reine Transitverkehr soll nur mehr an festgelegten Grenzübergängen möglich sein.

Verkehr Speditionen Standort Burgenland Hans Peter Doskozil

Burgenlands Verkehrssicherheitsprogramm sieht eine Verlagerung des grenzüberschreitenden Lkw-Verkehrs ins höherrangige Straßennetz vor. Transitverkehr soll künftig nur auf festgelegten Grenzübergänge stattfinden, teilten Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) und Landesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) mit. Basis für das Vorhaben ist eine Analyse der Landesbaudirektion.

"Die Entlastung der Bevölkerung von Lärm und Luftverschmutzung hat natürlich höchste Priorität", meinte Tschürtz. "Im Endausbau" solle es nur mehr fünf Grenzübergänge geben, an denen Transit-Lkw einreisen dürfen.

Man könne die Problematik nicht isoliert betrachten und schon gar nicht, ohne auf die vor Ort betroffene Bevölkerung einzugehen, meinte Doskozil und verwies auf Unterschriftenaktionen in den Bezirken Jennersdorf, Oberpullendorf und Eisenstadt-Umgebung.

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Klar sei, dass die Nordostautobahn (A6) und die Ostautobahn (A4) sowie der künftige Grenzübergang Rattersdorf, in den in weiterer Folge die S31 münde und die zu errichtende S7 durch Ungarn Richtung Heiligenkreuz Transitroute sein werden, so Doskozil. Ob Transitverkehr darüber hinaus zugelassen werde, müsse man definieren.

Dies bedeute nicht, dass jetzt andere Grenzübergänge geschlossen würden und dass dort kein Verkehr mehr möglich sein soll. Derzeit würden die Bezirkshauptmannschaften die Auswirkungen von Fahrverboten für Transit-Lkw prüfen.

Das Ziel liege "ganz klar auf der Hand: Dass wir nicht unbegrenzten grenzüberschreitenden Transitverkehr zulassen wollen, sondern einen grenzüberschreitenden Quell- und Zielverkehr, der natürlich auch der lokalen und regionalen Wirtschaftsentwicklung dient", meinte Doskozil.

Der Landesrat betonte die Wichtigkeit des Dialogs auch mit den Nachbarländern, damit niemand von Projekten überrascht werde. Konkret zeige sich das an der Intention, die Südostautobahn (A3) zu verlängern. Ungarn plane bereits den Ausbau bis zur Grenze. "Das ist nicht abgestimmt", sagte Doskozil.

"Ungarn kann bis zur Grenze die Autobahn bauen, das ist ihr gutes Recht. Aber wir nehmen uns das Recht heraus - auch, was diese Verlängerung der A3 betrifft - nur dann zu bauen, wenn es wirklich auch im Sinne der Bevölkerung, im Sinne des Lärmschutzes, des Emissionsschutzes, der Region zu vertreten ist." Dies bedeute entsprechende Lärmschutzmaßnahmen, möglicherweise Einhausungen, vielleicht sogar eine Untertunnelung, stellte Doskozil fest.

Um den Transit-Lkw-Verkehr zu kanalisieren, soll es an bestimmten Grenzübergängen Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen geben. Ausgenommen seien der Ziel- und Quellverkehr. Man habe dazu einen Bereich beiderseits der Grenze definiert. Lkw über 7,5 Tonnen, die aus diesem Bereich kommen oder in diesen Bereich fahren, dürfen weiter diese Grenzübergänge nutzen, erläuterte Sabine Kaulich vom KFV. Nur der Transitverkehr werde auf andere Grenzübergänge umgeleitet. (apa/red)