Stahlbau

Brückenbausparte von Waagner-Biro bleibt bestehen

Die Brückenbausparte des renommierten Wiener Stahlbauers Waagner-Biro wird nicht verschwinden - zwei Vorstände von Waagner-Biro werden die Sparte zusammen mit einer Gruppe deutscher Investoren herauskaufen. Jetzt müssen nur mehr die Gläubiger dem Deal zustimmen.

Die Brückenbau-Sparte des insolventen Wiener Stahlbauers Waagner-Biro ist gerettet. Eine Gruppe deutscher Investoren werde gemeinsam mit dem Management 100 Prozent der Waagner Biro Bridge Systems Gruppe erwerben, teilte Waagner-Biro mit. Bei den Managern, die das Geschäft mit den Investoren fortführen, handelt sich um die Brückenbau-Vorstände Bernhard Chwatal und Karl Grabner.

Keine Angaben zu Geldgebern aus Deutschland

Wer die Kapitalgeber aus Deutschland sind und wie viel sie an der Waagner-Biro Bridge Systems AG halten werden, gab das Unternehmen auf APA-Nachfrage nicht bekannt. Auch ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Das letzte Wort bei der Übernahme haben nun die Gläubiger.

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Nach langen und intensiven Verhandlungen mit den Banken, dem Hauptgläubiger und den Masseverwaltern sei gelungen, eine Einigung aller Parteien zu erreichen, wie es in der Aussendung hieß. Dem Gläubigerausschuss und dem Handelsgericht Wien liege ein neuer Sanierungsplan vor, bei dessen Annahme durch die Gläubiger der Fortbestand des Unternehmens gesichert sei. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten.

Gemeinsam mit der Investorengruppe soll die Waagner Biro Bridge Systems AG in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Die Rede ist auch von gezielten Zukäufen.

Zum Unternehmen:
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Einer der renommiertesten Stahlbauer der Welt

Die Wurzeln der Wiener Firma reichen bis in die Kaiserzeit. Heute gilt Waagner-Biro als eines der renommiertesten Stahlbauunternehmen der Welt. Zum Portfolio der Wiener gehört der Bau der Kuppel auf dem Reichstagsgebäude in Berlin, das Dach des British Museum in London oder die Kuppelkonstruktion des Louvre in Abu Dhabi. Zu den jüngsten Projekten zählen die Lieferung mobiler Brücken in den Irak, die Elbphilharmonie in Hamburg und die umfassende Modernisierung der Bühnensysteme in der Oper von Sydney.

Die Brückenbau-Sparte war mit weltweit mehr als 1.000 Mitarbeitern, viele davon im arabischen Raum, das Herzstück von Waagner-Biro und hat in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 5.000 Brücken errichtet, in Österreich unter anderem die Europabrücke am Brenner sowie die Donaustadt-Brücke in Wien.

Botlek: Größte jemals gebaute Hubbrücke

Beim Ingenieurbau ist die Botlek-Brücke im Hafen von Rotterdam eines der herausragenden Projekten von Waagner-Biro (hier oben im Bild).

Botlek ist die größte jemals gebaute Hubbrücke. Die Brücke besteht aus zwei Stahldecks. Jedes dieser Stahldecks ist 92 Meter lang und kann sich 46 Meter über die Wasseroberfläche heben. Über die Brücke führen fünf Autobahnspuren, ein Radweg und zwei Eisenbahngleise. Letzteres bedeutet, dass die Stahldecks von ihrer Höhe herabsinken und sich wieder auf den Millimeter genau an ihren Platz setzen müssen - und das dutzende Male am Tag.

(red mit apa)

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