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Breite Zustimmung für Öffi-Investitionen in Österreich

Der Plan der Bundesregierung, 300 Millionen Euro zusätzlich in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu investieren, hat breite Zustimmung gefunden. Für die SPÖ hätten diese aber "deutlich ambitionierter" ausfallen müssen. Der FPÖ zufolge werde hier der Weg von Norbert Hofer fortgesetzt.

Der Plan der Bundesregierung, 300 Millionen Euro zusätzlich in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu investieren, hat breite Zustimmung gefunden. SPÖ-Verkehrssprecher Alois Stöger wertete das vorgestellte Investitionspaket für den öffentlichen Verkehr als "Schritt in die richtige Richtung", der allerdings "deutlich ambitionierter hätte ausfallen müssen".

Der freiheitliche Verkehrssprecher Christian Hafenecker sah den Weg fortgesetzt, "den Norbert Hofer in seiner Zeit als Minister eingeschlagen" habe. Wichtig sei es aber nun, nicht nur dort zu investieren, wo schon Strukturen vorhanden seien, sondern auch den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum zu erschließen und auszubauen, wie das unter anderem mit der Nahverkehrsmilliarde geplant gewesen sei, so Hafenecker. Besonderen Handlungsbedarf gebe es etwa in Niederösterreich.

Positiv reagierte auch Neos-Verkehrssprecher Johannes Margreiter. "Den öffentlichen Verkehr zu stärken, ist gerade jetzt wichtig. Besonders im regionalen Bahnverkehr müssen wir in Österreich nachbessern." Er verwies auf den Plan von Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne), Infrastruktur und Angebot bei den Regionalbahnen auszubauen. "Viele Orte im ländlichen Bereich sind nicht ausreichend angebunden, besonders auch Tourismusregionen im Westen des Landes. Hier das Angebot zu verbessern, wirkt sich positiv auf die Regionen aus und verringert die Anreise mit dem Auto."

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"Investitionen in die Eisenbahn und den öffentlichen Verkehr sind auf jeden Fall zu begrüßen, egal ob es jetzt Adaptierungen der Infrastruktur betrifft, die Ausbildung von Lehrlingen und eisenbahnspezifischen Berufen oder die Verbesserung der Takte, in denen die Züge und Busse österreichweit unterwegs sind", sagte Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn der Gewerkschaft vida. Je dichter das Angebot und je besser die Bahnhofsausstattung sei, umso eher würden die Menschen auf die Bahn umsteigen. "Das sichert wiederum Arbeitsplätze und lässt weitere entstehen", so Blumthaler weiter.

Auch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigte sich zufrieden. Der Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs sei sowohl für die Erreichung der Klimaziele, als auch zur Ankurbelung der heimischen Volkswirtschaft eine ganz entscheidende Maßnahme, die auch Arbeitsplätze sichert. "Wir freuen uns, hier gemeinsam mit der Gewerkschaft vida ein Maßnahmenpaket erreicht zu haben", sagte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ.

"Jeder Euro, der in den Ausbau der Öffis investiert wird, ist doppelt gut angelegt: Der Öffi-Ausbau bringt uns weiter im Kampf gegen die Klimakrise und schafft und sichert Arbeitsplätze", meinte auch die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr, Sylvia Leodolter. "Die heute von der Bundesregierung angekündigten vorgezogenen Investitionen in die Bahn dürfen dabei nur der Startschuss sein. Die AK fordert insgesamt mindestens zehn Milliarden Euro an Investitionen in den nächsten zehn Jahren für den Klimaschutz, davon rund 5,5 Milliarden für den Bahnausbau.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte zwar die Aufstockung der Mittel für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, warnte aber zugleich, dass diese nicht genug im Kampf gegen die Klimakrise sind. "Die zusätzlichen Millionen für den öffentlichen Verkehr sind ein erster, wichtiger Schritt für einen grünen Wiederaufbau nach der Corona-Krise. Gerade im Nahverkehr brauchen wir aber zusätzliche Mittel", so Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich. Greenpeace forderte eine jährliche Nahverkehrsmilliarde, um Österreich auf Klimakurs zu bringen. Mit dieser könne dringend benötigte Infrastruktur massiv ausgebaut werden. (apa/red)

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