Autoindustrie

Bosch: Stellenabbau in der Antriebssparte kommt

Autozulieferer Bosch will weitere hunderte Arbeitsplätze in der Produktion von Verbrennungsmotoren streichen. Der Personalabbau erfolgt auch in der Verwaltung, im Vertrieb sowie in der Forschung.

Der deutsche Autozulieferer Bosch plant einen weiteren Stellenabbau in der Antriebssparte. An den Standorten für Verbrennungstechnik Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen sollten 2020 und 2021 jeweils 800 Stellen von insgesamt 9.600 abgebaut werden, erklärte eine Sprecherin von Bosch.

Die Arbeitsplätze sollen außerhalb der Produktion in Verwaltung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung wegfallen. Als erstes hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. "Wir tun alles, um das sozialverträglich zu gestalten", sagte die Sprecherin. Im Gespräch seien die Optionen Vorruhestand, eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden oder der Wechsel betroffener Beschäftigter in andere, wachsende Bereiche des Stiftungskonzerns, der weltweit etwa 410.000 Mitarbeiter hat. Kündigungen sollten vermieden werden.

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Bosch will Kündigungen vermeiden

In der Produktion am Standort Feuerbach arbeiten rund 3.000 Beschäftigte. Hier sei die Auftragslage derzeit aber stabil, ergänzte die Sprecherin. Seit dem Diesel-Abgasskandal bei Volkswagen, in den auch Bosch als größter Zulieferer von Abgastechnik verwickelt war, und Fahrverboten für Selbstzünder in etlichen deutschen Städten sinkt die Nachfrage nach Diesel-Technologie.

Zugleich stellt die Autoindustrie generell von Verbrennungsmotoren auf Elektroantriebe um. Seit Ende letzten Jahres ist die Branche außerdem im Abschwung, Bosch rechnet 2019 mit einem weltweiten Rückgang der Automobilproduktion von sechs Prozent. Der weltweit größte Autozulieferer sieht - wie der auch Konkurrent Continental - in den kommenden fünf Jahren kein Wachstum der Autoindustrie.

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Bosch-Chef Volkmar Denner hatte bereits im Mai weiteren Stellenabbau an Diesel-Standorten angekündigt, nachdem der Stiftungskonzern bereits 2018 rund 600 Stellen in dieser Sparte über Altersteilzeit und das Auslaufen befristeter Stellen gestrichen hatte. Im August sagte Denner der "Süddeutschen Zeitung", in der Diesel-Sparte sei ein weiterer deutlicher Jobabbau geplant.

Neben Stuttgart-Feuerbach sind die Standorte Bamberg und Homburg/Saar betroffen. Dort liefen derzeit Gespräche von Management und Betriebsräten über die Beschäftigungslage. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen, erklärte die Sprecherin. Ursprünglich arbeiteten bei Bosch weltweit rund 50.000 Mitarbeiter an Dieseltechnik, allein in Deutschland waren es etwa 15.000 Arbeitsplätze. (reuters/apa/red)

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