Automotive

Bosch-Standort Hallein steht nicht infrage

Die Dieselkrise trifft den Technologieriesen Bosch schwer. Der Standort in Hallein, der Diesel-Einspritzsysteme fertigt, soll trotzdem nicht gefährdet sein.

Kaum ein Automobilzulieferer ist stärker von der Vertrauenskrise des Diesels betroffen als die deutsche Bosch AG: Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich der Dieseltechnologie, einer der größten Umsatzträger und Gewinnbringer. 50.000 Menschen arbeiten bei Bosch in den Dieselbereichen. Die sinkende Nachfrage nach Diesel-Pkw führt an vielen Standorten des Konzerns zu einem Stellenabbau. In Österreich beschäftigt das Unternehmen in Wien, Linz und Hallein in Produktions- und Entwicklungsabteilungen über 3000 Mitarbeiter, 1000 davon am Standort in Hallein, der Diesel-Einspritzsysteme fertigt.

Hallein fertigt größer

Besonders der Powertrain-Standort in Salzburg ist im Zusammenhang mit der Dieselkrise immer wieder in die Schlagzeilen geraten. In dem Werk wurden 2013 und 2014 Konsolidierungsmaßnahmen mit Mitarbeiterabbau und Lohnverzicht umgesetzt, die bis 2015 – fast zeitgleich mit der Eskalation der Dieselkrise für den Autozulieferer – ihre Wirkung zeigten. Doch Bosch werde, wie Österreich-Chef Klaus Peter Fouquet anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen von Bosch Österreich deutlich machte, den Standort nicht infrage stellen. Der Schwerpunkt der Diesel-Antriebsproduktion in Österreich liege, so Fouquet, im Bereich Großmotoren für Lokomotiven oder Schiffe, nicht aber für Pkw. Und es gebe „keinen Trend, dass sich die Nachfrage in diesem Bereich reduziert“, ist Fouquet überzeugt.

Aktuell zu Bosch:
Konzernchef von Bosch kündigt Jobabbau an >> 
Bosch erwartet bei der weltweiten Autoproduktion noch größere Rückgänge >>

White Paper zum Thema

Bosch, Fouquet © Bosch

„Heuer werden 130 Entwickler gesucht.“
Bosch Österreich-Chef Klaus Peter Fouquet

Umsatzplus von neun Prozent

Dem Bild des Automobilzulieferers als ein Unternehmen, das von der Dieselkrise gebeutelt ist, versucht Fouquet ein anderes entgegenzusetzen: jenes des innovativen Mobilitäts-, Industrietechnologie-, Konsumgüter- und Energielösungsanbieters. Bosch will heuer in Österreich zwischen 125 und 130 Millionen Euro in die Forschung investieren. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen in Österreich 120 zusätzliche Entwickler für den Bereich Forschung und Entwicklung eingestellt, heuer werden 130 gesucht. In Summe beschäftigt Bosch in Österreich über 3.000 Personen, rund 1.000 davon in der Forschung. „Trotz des Fachkräftemangels gelingt es uns, Mitarbeiter zu finden“, so der Bosch-Österreich-Chef. In Österreich haben die vier Unternehmensbereiche von Bosch (Mobilität, Industrietechnologien, Konsumgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik) ein Umsatzplus, in Summe neun Prozent auf 1,36 Milliarden Euro, erwirtschaftet. Für 2019 ist Fouquet verhaltener und erwartet ein Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent. Im Fokus liegen neben den Kerngeschäften vor allem Produkte und Lösungen, die internetfähig sind.

Lesen Sie auch: Magna-Boss Apfalter will „Dieselhysterie“ beenden

Verwandte tecfindr-Einträge