Autozulieferer

Bosch Mahle Turbo Systems geht an Chinesen - inklusive Standort in Kärnten

Die Autozulieferer Bosch und Mahle verkaufen ihre gemeinsame Sparte für Turbolader an eine Finanzfirma aus China. Der Deal betrifft 1.300 Mitarbeiter - und einen Standort im Kärntner Bezirk Völkermarkt.

Die Autozulieferer Bosch und Mahle haben einen Käufer für ihr gemeinsames Tochterunternehmen "Bosch Mahle Turbo Systems" (BMTS) gefunden.

Wie Bosch und Mahle melden, sei man sich mit dem chinesischen Finanzinvestor Fountainvest einig geworden. Ein Vertrag sei unterzeichnet worden. Über den Kaufpreis machten die Verkäufer keine Angaben.

Bosch Mahle Turbo Systems hat vier Standorte

Nach Angaben der Verkäufer wollen die Chinesen die gesamte Belegschaft übernehmen. Der Käufer beabsichtige, das gesamte Geschäft inklusive seiner 1.300 Mitarbeiter an allen Standorten zu übernehmen, melden Bosch und Mahle. Der Vollzug des Deals steht noch unter Vorbehalt, da die zuständigen Kartellbehörden zustimmen müssen.

Das 2008 von Bosch und Mahle gegründete Gemeinschaftsunternehmen hat vier Produktionsstandorte, neben Stuttgart und Blaichach in Deutschland steht eine Fabrik in St. Michael ob Bleiburg im Kärntner Bezirk Völkermarkt, der vierte Standort ist Shanghai.

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Chinesen sagen, sie wollen ausbauen

FountainVest plant laut der Aussendung, das Geschäft mit Turboladern weiter auszubauen und BMTS für nachhaltiges Wachstum aufzustellen. "Wir sind davon überzeugt, dass der Markt für Turbolader auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, insbesondere da dieses Produkt bei Lösungen zur Schadstoffreduktion eine Schlüsselrolle spielen wird", sagt dazu Frank Tang, Vorstandschef von FountainVest.

Man werde weiterhin in das Unternehmen investieren, damit es wachsen könne. Der weltweite Markt für Turbolader werde auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, denn der Trend zu kleinen Motoren mit Turboladern, gerade auch bei Hybridantrieben, halte weiter an.

"Freude" bei den verkaufenden Autozuliefern

Mahle-Konzernchef Wolf-Henning Scheider meinte, man freue sich, einen Käufer gefunden haben, der das Unternehmen "mit Entschlossenheit, den notwendigen finanziellen Mitteln und einer entsprechenden Erfolgsbilanz bei Investitionen in der Automobilindustrie weiterentwickeln und zum nachhaltigen Erfolg führen will.

Rolf Bulander von Bosch betonte, durch den neuen Eigentümer würden sich Wachstumschancen in Märkten wie China und Nordamerika eröffnen.

Eckdaten zur Finanzfirma

Fountainvest wurde laut der Firmenwebsite im Jahr 2007 gegründet und verwaltet eigenen Angaben zufolge derzeit Assets im Wert von 4,5 Mrd. Dollar (3,77 Mrd. Euro). Die Investitionsstrategie wird als sektorübergreifend beschrieben.

(apa/red)

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