Chemische Industrie

Borealis startet Verkauf des Düngemittelgeschäfts

Borealis startet den Verkauf seines Geschäfts mit Stickstoff-Düngemitteln. Mit dem Deal könnte Borealis zwischen 500 und 600 Mio. Euro einnehmen.

Mit dem Verkauf sei die britische Bank Barclays beauftragt worden, erste Angebote könnten bis Ende des Monats eingereicht werden. Als mögliche Interessenten wurden OCI, Eurochem, Acron, Agrofert und Fertiberia genannt.

Borealis gehört zu 75 Prozent der OMV, die restlichen 25 Prozent liegen beim Staatsfonds Mubadala von Abu Dhabi. OMV und Barclays wollten sich nicht dazu äußern, bei Borealis war laut Reuters keine Stellungnahme erhältlich.

Der Kunststoffhersteller hatte bereits im Februar angekündigt, man wolle die Stickstoff-Sparte noch im Laufe dieses Jahres verkaufen und sich auf die Produktion von Polyolefinen und Basischemikalien konzentrieren. Dabei würde es um die Düngemittel- und die Melaminproduktion gehen. Allein in Linz (Oberösterreich) wären von einem Verkauf der Borealis Agrolinz Melamine und Borealis L.A.T gut 800 Mitarbeiter betroffen. Der Stickstoffbereich von Borealis, zu dem auch die Düngemittelproduktion gehört, mache rund 15 Prozent des Gesamtgeschäfts aus, hatte das Unternehmen damals erklärt.

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Borealis betreibt nach Angaben von Februar Anlagen für die Pflanzennährstoffproduktion in Österreich und Frankreich. Mit rund 60 Lagern in ganz Europa und einer jährlichen Auslieferung von rund 5 Mio. Tonnen Produkten in West-, Mittel- und Südosteuropa sei man einer der führenden Düngemittelproduzenten in Europa, hieß es in einer Borealis-Mitteilung.

Dennoch werde der Bereich nun abgestoßen: "Wir haben mit dem Düngemittelgeschäft einfach keine wettbewerbsfähige Größe", hatte OMV-Chef Rainer Seele Anfang Februar zur APA gesagt: "Auch wenn es große Volumina sind - im Vergleich zu den Wettbewerbern und auch mit der Auslegung der verschiedenen Standorte hat die Borealis in diesem Geschäftssegment nicht die Economies of Scale." (apa)