Bahnindustrie

Bombardier will ab 2019 neuartige Batteriezüge testen

Der kanadische Bahnkonzern mit großem Sitz in Wien will bald mit Batterien betriebene Züge in Süddeutschland testen. Der Prototyp "Talent 3" fahre ohne direkte Abgase und leiser als Dieselzüge, so der Hersteller.

Bombardier Transportation investiert in Batteriezüge für den deutschen Markt. Mitte 2019 soll auf zwei Strecken im Raum Ulm in Baden-Württemberg eine einjährige Testphase des Passagierbetriebs starten, wie der Zughersteller mitteilte.

Am Bombardier-Standort Hennigsdorf in Brandenburg stellte das Unternehmen den Prototyp "Talent 3" vor. Der Batteriezug fahre abgasfrei und leiser als Dieselzüge, hieß es.

In Hennigsdorf sind Entwicklung, Vorserie und Testbetrieb angesiedelt. Mehr zu diesem Standort: Bombardier nutzt ÖBB-Großauftrag für Ausbau in Sachsen >>

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Noch keine konkreten Aufträge

Das Gesamtvolumen des Projektes bezifferte das Unternehmen auf acht Millionen Euro, wovon vier Millionen Euro Fördermittel des deutschen Bundes sind. Es befände sich noch in der Testphase, Aufträge lägen noch nicht vor. Man beteilige sich aber bereits an Ausschreibungen, hieß es vom Zughersteller.

Batterien auf dem Dach: Zug kann ohne Stromleitung fahren

Die auf dem Dach montierten Batterien des Prototypen können einen nicht-elektrifizierten Streckenabschnitt von 40 Kilometern überbrücken. Im nächsten Jahr sollen Strecken bis zu 100 Kilometern möglich sein. Das Wiederaufladen der Batterien erfolge über die Bahn-Oberleitung binnen weniger Minuten.

Testprojekte auch in Österreich

Ein ganz ähnliches Testprojekt für Österreich haben diese Woche Siemens mit den ÖBB angekündigt: Siemens testet mit den ÖBB einen neuen Hybridzug >>

(dpa/apa/red)

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