Luftfahrtindustrie

Bombardier C-Serie heißt jetzt Airbus A220 - erster Milliardendeal fixiert

Airbus hat die Mehrheit an Bombardiers Baureihe C-Serie für die Kurzstrecke übernommen und meldet einen ersten Milliardendeal: Die amerikanische Fluglinie JetBlue ordert 60 Maschinen im Wert von 5,4 Milliarden Dollar.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus nennt die von Bombardier übernommene Mittelstrecken-Baureihe C-Serie in A220 um. Der Name wurde im Airbus-Auslieferungszentrum bei Toulouse vorgestellt, wo ein Flugzeug mit einer entsprechenden Lackierung zunächst vor Mitarbeitern und Journalisten vorbeiflog und dann landen sollte.

Die Europäer erweitern damit ihre Produktpalette im Bereich kleinerer Mittelstreckenjets, ohne selbst Geld in die Entwicklung investieren zu müssen. Bombardier ist weiterhin an dem Programm beteiligt und setzt darauf, dass das Flugzeug sich unter dem Dach von Airbus besser verkauft.

Die Mehrheit der Anteile an der CSeries gehört seit 1. Juli Airbus. "Ich glaube, es wird nicht lange dauern, bis wir die ersten Erfolge am Markt sehen", sagte Airbus-Vertriebschef Eric Schulz. Der Flugzeugbauer benennt die bisherige CS100 mit 110 Sitzen in A220-100 um, die CS300 mit 130 Plätzen heißt nun A220-300.

White Paper zum Thema

Bombardier will Maschinen für die Kurzstrecke nicht mehr allein vertreiben

Der kanadische Flugzeug- und Bahntechnik-Konzern Bombardier hatte die Hoffnung aufgegeben, sich auf eigene Faust mit den Kurzstreckenmaschinen für 110 bis 130 Passagiere am Weltmarkt durchzusetzen. Airbus zahlt einen symbolischen Betrag für die Übernahme und setzt darauf, dass seine große Vertriebsmannschaft mehr Erfolg hat. Dritter Eigentümer neben Airbus und Bombardier ist der kanadische Bundesstaat Quebec.

Langfristig gute Aussichten

Langfristig - auf 20 Jahre - sieht Airbus eine Nachfrage von 7.000 kleineren Flugzeugen mit 100 bis 150 Sitzen, zu denen neben dem künftigen A220 auch der Airbus A310 gehören. Mindestens die Hälfte solle davon auf die CSeries-Jets entfallen. Größter Konkurrent bei den Regionaljets ist die brasilianische Embraer, die kurz vor der Übernahme durch den amerikanischen Airbus-Erzrivalen Boeing steht. Airbus und Boeing hatten sich lange auf Maschinen mit mindestens 150 Plätzen konzentriert und das kleinere Segment erst vor kurzem für sich entdeckt.

Erster Milliardendeal bereits angebahnt

Und einen ersten Milliardendeal hat Airbus schon angebahnt: Der Flugzeugbauer verkauft 60 Maschinen vom Typ A220-300 an die US-Fluglinie JetBlue. Es sei eine Absichtserklärung für einen Vertrag im Wert von rund 5,4 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) unterzeichnet worden, teilte Airbus mit.

Die Maschinen waren vor einem am 1. Juli in Kraft getretenen Joint Venture mit Airbus Teil des Luftfahrtprogramms C-Series des kanadischen Unternehmens Bombardier. JetBlue sei damit der erste Käufer des nun in A220 umbenannten Airbus, teilte der Flugzeugbauer mit.

(red mit Reuters, dpa, AFP, APA)

Verwandte tecfindr-Einträge