Elektroautos

Bohrpfähle im Trinkwasser: Tesla kommt Umweltschützern entgegen

Die neue Gigafactory von Tesla in der Nähe von Berlin wird mit deutlich weniger Betonpfählen im Grundwasser auskommen als bisher geplant. Damit kommt der amerikanische Elektroautobauer deutschen Umweltschützern entgegen.

Im Bild die Baustelle der Fabrik in Grünheide bei Berlin.

Die neue Gigafactory des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin wird mit deutlich weniger Betonpfählen im Grundwasser auskommen als bisher geplant. "Ursprünglich glaubten wir, dass wir bis zu 15.000 Pfähle benötigen, zuletzt waren es immerhin noch 1.100", sagte ein Tesla-Sprecher am Freitagabend anlässlich der Einweihung der "Teslastraße", die auf das Tesla-Gelände führt.

Nun habe man das Konzept so ändern können, dass man mit 500 bis 550 Pfählen auskomme. "Nur das Presswerk, aber nicht mehr die Gießerei wird auf Pfählen gegründet." Details zum Konflikt: Tesla bei Berlin: Streit um Bohrpfähle im Trinkwasserschutzgebiet >>

Ab dem nächsten Jahr sollen hier 500.000 Autos vom Band rollen

Der US-Konzern kommt damit nicht nur Bedenken von Umweltschützern entgegen, die negative Folgen für die Natur und das Grundwasser befürchten. Der Verzicht auf Betonsäulen in einer Länge von bis zu 14 Metern belastet allerdings den Bau-Etat in Millionenhöhe.

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Tesla will in Grünheide in Brandenburg von Juli nächsten Jahres an bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits auf eigenes Risiko, mit vorzeitigen Genehmigungen. Das Brandenburger Landesumweltamt gab zuletzt grünes Licht für das Fundament und den Rohbau mit einem vorzeitigen Beginn.

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Ein Tesla-Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass bei der Gigafactory Berlin, so der offizielle Name des Tesla-Werks in Brandenburg, der bisherige Baurekord der Gigafactory Shanghai vor rund einem Jahr geknackt werden könne. Das hohe Bau-Tempo in Grünheide sei unter anderem durch den intensiven Einsatz von Fertig-Bauteilen zu erklären. Aber auch der Eisenbahn-Anschluss trage dazu bei. Mit einem Zug könnten bis zu 1.200 Tonnen Baumaterial angeliefert werden. In Shanghai habe man alles mit Lastwagen transportieren müssen.

Offene Frage zur Batteriefertigung

Noch nicht entschieden sei, ob in Grünheide auch die Produktion der Batterien stattfinden wird. Die bisherigen Planungsunterlagen sehen keine Batteriefabrik vor. (dpa/apa/red)

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